Öl-Tanker erfolgreich durch Blockade geschleust

Schweizer Rohstoffhändler macht Mega-Geschäft an Strasse von Hormus

Die Firma Lytton mit Sitz in Genf schleuste irakisches Öl in einem Supertanker durch die umkämpfte Strasse von Hormus. Die Meerenge ist zum lukrativen Geschäft für risikobereite Händler geworden.

Michael Hotz

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Der Transit durch die Strasse von Hormus ist zurzeit eine äusserst gefährliche Angelegenheit. Getty Images

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Mega-Geschäft für einen wenig bekannten Schweizer Rohstoffhändler: Die Firma Lytton SA mit Sitz in Genf und guten Verbindungen in den Irak spielte offenbar eine Schlüsselrolle beim Transit eines Öltankers durch die gefährliche Strasse von Hormus, wie Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet.
Demnach übernahm das 2024 gegründete Genfer Unternehmen die Verantwortung für die riskante Fahrt der Agios Fanourios I, die fast 2 Millionen Fässer irakisches Rohöl nach Vietnam transportierte. Der Supertanker wurde zuerst vom Iran und später von den USA angehalten, bevor er nach einem Eingriff der vietnamesischen Staatsölgesellschaft PetroVietnam durchgelassen wurde. Laut dem Bericht kaufte Lytton das Öl im irakischen Hafen von Basra mit einem Rabatt von 18 Dollar pro Barrel. Der Bruttogewinn für die Genfer: bis zu 60 Millionen US-Dollar.

Handelsmargen sind stark angestiegen

Der Fall zeigt, wie stark das Seilziehen zwischen den USA und dem Iran um die Strasse von Hormus den Ölhandel im Nahen Osten durcheinanderwirbelt. Öl-Tanker können die Meerenge nicht mehr auf dem herkömmlichen Weg passieren. Für kleine Händler wie Lytton eröffnet das enorme Profitchancen, wenn sie das Risiko übernehmen, eine Öl-Lieferung im Wert von Hunderten Millionen Dollar durch die gefährliche Wasserstrasse zu navigieren.

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Das Hormus-Chaos hat dazu geführt, dass die Handelsmargen für Öl-Transporte durch die Meerpassage geradezu explodiert sind – auf 20 bis 30 Dollar pro Barrel. Zum Vergleich: Vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs lagen die Margen bei wenigen Cents. So kommen die hohen Millionengewinne für die risikobereiten Händler zusammen.
Gleichzeitig hat der Iran an der Strasse von Hormus ein lukratives Geschäftsmodell für sich entdeckt: Die Mullahs lotsen die Schiffe durch die iranischen Gewässer. Als Gegenleistung müssen die Reedereien kräftig in Teherans Kriegskassen einzahlen. Pro Schiff kassieren die Iraner rund zwei Millionen Dollar – zahlbar in chinesischen Yuan oder mit Kryptowährungen, um westliche Sanktionen zu umgehen. Trump will dieses Geschäft mit der US-Blockade eindämmen – und gleichzeitig einen Deal für ein Kriegsende finden. Diesbezüglich ist die Lage derzeit sehr unübersichtlich. Solange keine Einigung zwischen den USA und dem Iran besteht, machen kleine Rohstoffhändler ihr Geschäft des Jahrhunderts.
Über die Autoren
Michael Hotz
Michael Hotz
Michael Hotz ist Ressortleiter bei Ringier Medien Schweiz

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