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Chocolatier Daniel Bloch

«Unerfüllte Wünsche sind schön»

Der Camille-Bloch-CEO parkiert trotz Bussengefahr im Parkverbot und findet es peinlich, sich jede Laune zu erfüllen.

Ueli Kneubühler

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Daniel Bloch leitet Chocolats Camille Bloch in dritter Generation. Der 62-jährige Jurist ist seit vielen Jahren CEO und Präsident des Familienunternehmens aus dem Berner Jura. RMS

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Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Ich habe für den Tierpark Dählhölzli in Bern Kastanien gesammelt. Pro Kilo gab es zehn Rappen. Meine Mutter staunte nicht schlecht, als ich plötzlich mit 72  Kilo Kastanien vor ihr stand – und wir alles zum Tierpark schleppen mussten. Ich war damals etwa sieben oder acht Jahre alt.

Was haben Sie mit dem Geld gemacht?

Ich weiss es nicht mehr, aber ich habe es sicher ausgegeben – wahrscheinlich deutlich schneller, als ich es verdient hatte.

Wofür geben Sie heute Geld aus?

Ich bin nicht besonders materialistisch und habe keine lange Wunschliste. Am meisten Geld fliesst in Dinge, die ich gar nicht selbst bestimmen kann – etwa Steuern. Gerne gebe ich Geld fürs Reisen aus. Kürzlich traf ich sogar den Geschäftsführer eines Unternehmens, das Reisen ins All ermöglichen möchte. Auf die Frage nach dem Preis bekam ich allerdings keine klare Antwort.

Wofür geben Sie ungern Geld aus?

Für Bussen. Leider passiert das in letzter Zeit öfter, seit die Stadt Bern beschlossen hat, Parkfelder bei mir in der Strasse zu streichen. Der Einfachheit halber parkiere ich trotzdem dort – es stört ja niemanden.

Geben Sie nie unvernünftig Geld aus?

Doch. Das meiste, was wir kaufen, brauchen wir nicht wirklich. Kaufen ist emotional – und Emotionen haben selten etwas mit Vernunft zu tun.

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Gibt es etwas, das Sie gerne kaufen möchten, sich aber nicht leisten können?

In der Jugend will man vieles, kann sich aber wenig leisten. Im Alter könnte man sich mehr leisten, doch es wäre fast peinlich, sich jede Laune zu erfüllen. Es gibt ja dieses Sprichwort, dass man vor allem die Sünden bereue, die man nicht begangen hat. Zum Glück werden wir mit den Jahren gelassener. Und ich finde es schön, dass es Wünsche gibt, die unerfüllt bleiben dürfen.

Was bedeutet Ihnen Geld?

Geld allein macht uns auch nicht unglücklich.

Investieren Sie?

Ja, wobei die wichtigsten Investitionen die sind, von denen ich gar nichts haben werde. Ich denke zum Beispiel an unser Projekt in Georgien, wo wir eigene Haselnüsse anbauen. Der Payback wird fürs Jahr 2040 erwartet.

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