Regulierung, Geopolitik, KI und Krypto – der globale Wettbewerb zwischen den Finanzzentren ist extrem. Zwar bleibt Zürich Europas zweitgrösster Finanzplatz und die Schweiz international führend bei verwalteten Vermögen, doch Hongkong hat sie als weltgrösster Offshore-Finanzplatz überholt (Wachstum 2020–2026: 10,7 Prozent gegenüber 7,6 Prozent). Als sicherer Hafen bleibt der Paradeplatz dennoch ein zentraler Zufluchtsort für nationale und internationale Anleger. Die Antwort auf diesen Wandel ist die strategische Kooperation. Hier setzt das Finance Forum Zürich an: Das Jahrestreffen bietet kompakte Einblicke in die Best Practices führender Köpfe. Es schafft den Rahmen, um den Dialog zu fördern und gemeinsame Perspektiven für die digitale Zukunft des Standorts zu entwickeln. In Zeiten rasanter Veränderungen und internationaler Konkurrenz darf nicht jeder Akteur nur für sich selbst kämpfen; der Finanzplatz Zürich braucht eine starke, gemeinsame Stimme. «Der Wettbewerb zwischen den Finanzplätzen hat deutlich zugenommen», erklärt Patrick Stahl. Er ist Mitveranstalter des Finance Forum Zürich und leitet gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Markus Goop die Eventagentur Skunk. «Gleichzeitig stehen viele vor ähnlichen Herausforderungen bei Digitalisierung, Fachkräftemangel oder Regulierung. Bei solchen Themen profitiert der gesamte Finanzplatz vom Erfahrungsaustausch. Genau deshalb sind Plattformen wichtig, die unterschiedliche Akteure an einen Tisch bringen – nicht für mehr Gleichförmigkeit, sondern um den Dialog zu fördern und voneinander zu lernen.»
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Werte bieten Stabilität
Um global als Einheit aufzutreten, muss sich der Standort Zürich auf seine wahren Kernkompetenzen besinnen. Die Stadt steht seit vielen Jahren für Stabilität, Qualität und internationales Finanz-Know-how. Doch sie entwickelt sich kontinuierlich weiter. «Aus meiner Sicht liegt genau darin die Stärke: Zürichs Finanzplatz verbindet Verlässlichkeit mit Innovationsbereitschaft», sagt Patrick Stahl. «Diese Kombination ist nicht selbstverständlich und wird in einem zunehmend komplexen Umfeld immer wichtiger.» Die Innovationsbereitschaft wird vor allem durch den Aufstieg von KI und Kryptotechnologien gefordert.
Viele fragen sich, ob die Schweiz radikal mit ihren Traditionen brechen muss, um den Anschluss nicht zu verpassen. Stahl sieht das differenzierter: «Opfern würde ich keine Stärke, aber wir müssen gewisse Gewohnheiten hinterfragen. Die Geschwindigkeit technologischer Entwicklungen verlangt von uns mehr Offenheit für Veränderungen und neue Denkweisen. Gleichzeitig sollten wir an den Werten festhalten, die den Schweizer Finanzplatz stark gemacht haben: Vertrauen, langfristiges Denken und hohe Qualitätsstandards. Diese Eigenschaften sind auch in einer digitalen Zukunft absolut relevant.» Die Angst, dass Schweizer Verlässlichkeit digital wegrationalisiert wird, lässt sich entkräften: «Indem wir Technologie als Unterstützung und nicht als Selbstzweck verstehen», so Patrick Stahl. «Digitalisierung schafft Effizienz, ersetzt aber nicht die Verantwortung gegenüber den Kunden. Gerade bei zunehmender Automation gewinnen Transparenz und Qualität an Bedeutung.» In einer anonymen, digitalen Welt erleben reale Treffen daher eine Renaissance als Erfolgsfaktor. Analog wird wieder «in». Oder wie Stahl es zusammenfasst: «Digitale Kanäle erleichtern den Austausch, aber Vertrauen entsteht durch persönliche Begegnungen. Viele Partnerschaften entwickeln sich aus Gesprächen abseits des Tagesgeschäfts. Das Finance Forum Zürich schafft den Rahmen für alle Menschen der Branche, die sich sonst oft nur virtuell begegnen würden.»
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Das Finance Forum Zürich 2026 im Kongresshaus stillt dieses Bedürfnis nach Austausch. Mit einem spannenden Programm, das vom ehemaligen Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, UBS-CEO Sergio Ermotti und der Schweizer Bundesrätin Karin Keller-Sutter angeführt wird, bietet es den rund fünfhundert Gästen Einblicke aus erster Hand. Dabei verändert sich auch die Eventbranche selbst: Reine hybride Formate weichen einer klaren Differenzierung. Das Forum setzt auf eine Kombination von praxisnahen Workshop-Events zum Auftakt und der Hauptkonferenz, wo Entscheidungsträger Best Practices auf höchstem Niveau präsentieren. Der persönliche Austausch vor Ort ist in diesem Umfeld entscheidender denn je.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, den marktkonformen Wettbewerb auszuhebeln. «Das Ziel ist nicht, aus Konkurrenten Partner zu machen. Wettbewerb bleibt ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Wirtschaft», stellt Patrick Stahl klar. «Was wir aber beobachten, ist, dass viele Unternehmen bei übergeordneten Themen ähnliche Interessen haben. Dazu gehören etwa die Attraktivität des Finanzplatzes, die Förderung von Innovationen oder die Gewinnung von Talenten. Das Finance Forum Zürich bietet die Möglichkeit, solche Themen gemeinsam zu diskutieren. Oft entstehen daraus neue Kontakte, neue Perspektiven und gelegentlich auch Kooperationen. Genau dieser offene Austausch macht den Mehrwert einer solchen Plattform aus.»
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