Dank starkem Wachstum und ansprechenden Gewinnen hat sich CEO Giorgio Pradelli mit der von ihm geführten Bank EFG zu einer Art Posterboy des Swiss Bankings entwickelt. Mit den Besten ist man am strengsten: Deshalb reagierte die Börse ungnädig, als Pradelli bei der Vorstellung der Jahreszahlen eine Rückstellung von 72 Millionen Franken verkünden musste, weswegen der Gewinn der EFG die Analystenerwartungen enttäuschte.
Pradelli hat hier im wahrsten Sinne des Wortes eine Altlast an der Backe. Denn bei der Rückstellung geht es um einen Streit, dessen Ursprünge in die 90er-Jahre zurückreichen und deren Protagonist längst verstorben ist: der Kuwaiter Fahad Al Rajaan. Dieser war von 1984 bis 2014 Direktor des kuwaitischen Pensionsfonds Public Institution for Social Security Fund (PIFSS).