Es war für die beiden Topshots der UBS ein Termin der unangenehmen Art: Im Februar mussten Chefjuristin Barbara Levi und US-Chef Rob Karofsky vor dem Justizausschuss des US-Senats antraben. Die Senatoren wollten von ihnen wissen, warum die UBS bei der Untersuchung der Archive der übernommenen Credit Suisse zu Nazi-Konten bestimmte Dokumente zurückhält. Levi bemühte sich, zu versichern, dass die UBS die Aufarbeitung nicht behindern wolle, die Bank sich aber gegen mögliche neue Klagen schützen müsse.
Das überzeugte niemanden. Zeitweise entwickelte sich die Anhörung zum Kreuzverhör – mit der UBS auf der Anklagebank. Vor allem der republikanische Senator John Kennedy aus Louisiana nahm Karofsky mit Stakkato-Fragen in den Schwitzkasten: «Ihre Position ist, dass die Credit Suisse damals 1,25 Milliarden bezahlt hat und Sie nun keinen Penny mehr zahlen wollen, ist das richtig?», schleudert Kennedy ihm entgegen. Karofsky entgegnet ruhig, dass der Vergleich von 1999 allumfassend sei. «Aber Sie wollen keinen Penny mehr bezahlen, das ist richtig?», setzt Kennedy nach. «Das ist korrekt», entgegnet Karofsky. Der Senator triumphiert: «Also darum geht es! Es geht immer noch ums Geld. Es ging damals ums Geld, als Ihre Vorgänger die Gelder der Nazis genommen haben, und es geht auch jetzt ums Geld.»