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Bestechlich

Diese Manager flogen wegen Korruption auf

Sie haben Macht, viel Geld und nehmen sich, was sie wollen: Korruption ist in der Riege der mächtigen Manager kein Einzelfall. Welche Manager erwischt wurden.

Corinna Clara Röttker,

Sarah Waldvogel

Diese Manager flogen wegen Korruption auf:Marcelo Odebrecht wurde im Zuge des milliardenschweren Korruptionsskandals in Brasilien zu 19 Jahren Haft verurteilt. Mit seiner Baufirma soll er sich Aufträge gesichert und teils sogar eine vorteilhafte Gesetzgebung erkauft haben. Insgesamt sollen mehr als 750 Millionen US-Dollar an Schmiergeld geflossen sein.
Dennis Kozlowski, Ex-Chef des US-Konzerns Tyco, genehmigte seinen Top-Mitarbeitern und sich selbst Millionenkredite - so auch an die Vizepersonalchefin, die dann die Kreditvergabe abwickelte. Die Rückzahlung erliess Kozlowksi später allen, seine eigene eingeschlossen. Kozlowski wurde zu 25 Jahren Haft verurteilt.
Kenneth Lay spielte eine Schlüsselrolle in einem der grössten Bilanzfälschungsskandale der USA. 2006 wurde er gemeinsam mit Jeffrey Skillings wegen des Bankrotts von Enron angeklagt und schuldig gesprochen. 2001 brach das Unternehmen zusammen und die Anleger verloren Milliarden. Lay erhielt eine 45-jährige Gefängnisstrafe, starb aber zwei Monate nach Urteilsverkündung an einem Herzinfarkt.
Jeffrey Skilling wurde zusammen mit Kenneth Lay wegen Bilanzmanipulation, Insiderhandels und Wertpapierbetrugs bei Enron verurteilt. Skilling beteuerte bis zuletzt seine Unschuld und meinte, von den krummen Machenschaften nichts gewusst zu haben. 2006 wurde er in 19 Anklagepunkten für schuldig gesprochen. Seine Haft wurde später von 24 auf 14 Jahre gekürzt.
Eine der grössten Korruptionsskandale der Schweiz war die Zürcher Wirteaffäre um Raphael Huber. 2,3 Millionen Franken Schmiergelder hatte der Zürcher Chefbeamte von 1982 bis 1991 kassiert. Im Gegenzug erhielten die Gastronomen schneller die benötigten Bewilligungen im streng reglementierten Zürich. Er wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt.
In der Korruptionsaffäre des Fussball-Weltverbandes Fifa hat der ehemalige Präsident Joao Havelange (gestorben am 16. August 2016) Schmiergelder in Millionenhöhe kassiert, ebenso wie…
…sein früherer Schwiegersohn und ehemaliger brasilianischer Fussballverbandschef Ricardo Teixeira. Die Verfahren gegen die beiden früheren Funktionäre waren nach Zahlung von hohen Geldsummen eingestellt worden.
Ebenfalls der Korruption überführt wurde der Schweizer Daniel Gloor. Der langjährige Anlagechef der Pensionskasse BVK nahm Bestechungsgelder in der Höhe von rund 1,7 Millionen Franken an. Sein Urteil lautete sechs Jahre Haft.Bilder: Keystone
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Diese Manager flogen wegen Korruption auf:Marcelo Odebrecht wurde im Zuge des milliardenschweren Korruptionsskandals in Brasilien zu 19 Jahren Haft verurteilt. Mit seiner Baufirma soll er sich Aufträge gesichert und teils sogar eine vorteilhafte Gesetzgebung erkauft haben. Insgesamt sollen mehr als 750 Millionen US-Dollar an Schmiergeld geflossen sein. RMS

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Südkorea schreit auf: Zum ersten Mal seit Gründung des Vorzeigeunternehmens Samsung im Jahr 1938 sitzt ein Spitzenmanager des Smartphone-Herstellers hinter Gittern. Ein Gericht in Seoul hatte am frühen Freitagmorgen der Verhaftung des Samsung-Erben und faktischen Chefs der Samsung-Gruppe Lee Jae Yong zugestimmt. Der Vorwurf lautet Bestechung – ein Vorwurf, der sich in der Vergangeheit bei mächtigen Unternehmenslenkern leider häufig als wahr herausstellte.
Der einzige Sohn von Samsung-Chef Lee Kun Hee, der seit der Herzattacke seines Vaters im Jahr 2014 de facto an der Spitze des Unternehmens steht, soll in die Korruptionsaffäre um die vorläufig entmachtete Präsidentin Park Geun Hye verwickelt sein. Konkret soll der 48-Jährige versucht haben, sich die Zustimmung eines staatlichen Pensionsfonds zu einer milliardenschweren Firmenfusion innerhalb der Gruppe zu sichern und seine Machtposition zu festigen. 34 Millionen Euro Schmiergeld soll er an Organisationen von Parks Freundin Choi Soon Sil gezahlt haben. Lee selbst bestreitet die Bestechungsvorwürfe.

Kein Einzelfall

Ob Lee nun schuldig ist oder nicht – Korruption ist in der Riege der mächtigen Manager kein Einzelfall. Denn Bestechung ist ein weltweites Phänomen und die eigene Machtposition für einen persönlichen Vorteil auszunutzen bequem und einfach.

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Dem Korruptions-Index von Transparency International zufolge weisen nordische Länder wie Dänemark, Finnland und Schweden die geringste Korruption auf. Auch in der Schweiz ist sie gering. In Afrika und Nahen Osten ist hingegen das Problem immens. Stark in der Bewertung verschlechtert hat sich auch Brasilien, wo der Korruptionsskandal um den staatlichen Erdölkonzern Petrobras für Schlagzeilen sorgt. Darin involviert ist mit Odebrecht einer der grössten Baukonzerne der Welt – an dessen Spitze Marcelo Odebrecht sass und sich Aufträge erkaufte.

19 Jahre Haft für Odebrecht

Doch der einst mächtigste Bauunternehmer Südamerikas wurde wegen systematischer Bestechung zu gut 19 Jahren Haft verurteilt. Neben ihm sind 77 weitere Manager des Konzerns inhaftiert. Sie alle haben im Austausch für Straferleichterungen Kronzeugenaussagen gemacht, die jetzt ein weltweites Beben auslösen.
Wie eine Spinne sass Odebrecht im Schmiergeldnetz und sponn die Fäden, die sich über ganz Südamerika legten. Den Angaben zufolge flossen mehr als 750 Millionen Dollar in die Taschen von Politikern, Managern und Staatsbeamten. Der Konzern unterhielt eine eigene Abteilung, die offenbar nur für die Zahlung von Schmiergeldern zuständig war. Es drohen noch weitere Enthüllungen. Und es werden wohl nicht die letzten sein.

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Welche Manager noch der Korruption überführt wurden, sehen Sie in der Bildergalerie oben.
In der Bildergalerie unten sehen Sie die zehn wichtigsten Wirtschaftsanwälte der Schweiz:
«Bilanz» hat das «Who is who» der Schweizer Wirtschaft ermittelt. Die wichtigsten Personen im Wirtschaftsrecht:Cornel BorbélyStrafrechtler und Fifa-ChefermittlerDer Ex-Staatsanwalt lehrte Fussballfunktionäre das Fürchten. In seiner Funktion als Fifa Vorsitzender der Untersuchungskammer der Ethikkommission hat er schwierigste Ermittlungen orchestriert.Reuters
Stefan BrunnschweilerGlobaler M&A-Teamleiter, CMSCMS ist ein Anwaltskonzern, ein globaler One-Stop Shop: 3200 Anwälte weltweit, 5800 Mitarbeiter insgesamt, 60 Büros in 34 Ländern. Stefan Brunnschweiler ist der führende Mann im Schweizer Büro CMS von Erlach Poncet rund um alles, was mit dem Kaufen und Verkaufen von Unternehmen zu tun hat. Er leitet das globale Corporate/M&A-Team, das alleine 200 Partner und 700 Anwälte umfasst.Klaus Weddig
Peter BurckhardtCrime Spezialist, Schellenberg WittmerWhite Collar Crime ist seine Spezialität, vor allem die unternehmensinterne Ermittlung und Analyse von Wirtschaftskriminalfällen. Als Long Stay an der Seite der Credit Suisse im Steuerstrafverfahren vor dem US-Justizministerium hat er seiner Kanzlei Schellenberg Wittmer einen stabilen Honorarfluss generiert. Neu hinzugekommen sind Grossfälle wie Fifa und der Geldwäschereiskandal rund um die brasilianische Petrobras.
Daniel DaenikerManaging Partner, HomburgerBei der Full-Service-Grosskanzlei Homburger arbeiten 150 Anwälten und Steuerexperten. Daeniker macht Kapitalmarkt-, M&A-Deals und Börsengänge, zusammen mit sieben Homburger-Kollegen bekam er den «Lawyer of the Year»-Award für die Schweiz. Nestlé zählt zu seinen Klienten. ZOE TEMPEST
Lorenz ErniStrafverteidiger, Erni Brun ForrerWer Strafverteidiger Lorenz Erni beauftragt hat, fürchtet nicht selten um Job und Ansehen. Längst gilt er unter Managern, die sich einer Strafuntersuchung ausgesetzt sehen, als erste Wahl. Oder auch als letzte Hoffnung.  Die Liste seiner prominenten Klienten würde ein «Who is who»-Buch füllen.
Patricia GuerraPrivatkundenberaterin, Meyerlustenberger LachenalVermögende Privatkunden zählen zu den bevorzugten Klienten von Patricia Guerra. Und Nachfolgeprobleme, Testamente, Erbschaften, Steuern, Umzüge und Immobilientransaktionen, das sind ihre Themen. Seit zwanzig Jahren ist sie schon Partnerin in der Anwaltsfirma Meyerlustenberger Lachenal.Maurice Haas/13 Photo
Peter NobelWirtschaftsanwalt, Nobel & HugPeter Nobel ist längst eine eigene Marke. Zumindest sind Klienten und manchmal auch Richter von seiner Aura derart ergriffen, dass sie erschrocken seiner Rechtsauslegung folgen. Das schafft er zwar nicht immer, aber oft. Wer Rechtsdossiers über grosse Wirtschaftsfälle durchblättert, stösst fast immer auf den Namen Nobel.
Urs SchenkerM&A-Spezialist, Walder Wyss2015 stieg Schenker als Managing Partner bei der Law Firm Baker & McKenzie aus. Bis dahin galt er als das Schweizer Gesicht der Weltkanzlei und Rainmaker – als jemand, der das grosse Geld bringt. Schenker wechselte danach zur Kanzlei Walder Wyss (150 Anwälte). Grosse M&A-Transaktionen sind sein Steckenpferd, aber auch öffentliche Übernahmen, Restrukturierungen und Corporate-Finance-Transaktionen.Christian Nielson
Rolf WatterM&A-Anwalt und Multi- Verwaltungsrat, Bär & KarrerAls Experte für Fusionen und Übernahmen zog Rolf Watter viele dicke Fische an Land. Kein Zweifel, er ist der Star-Verhandlungskünstler für komplizierte Transaktionen, er gilt als schnell, und die Manager schätzen ihn, weil er ihre Sprache spricht. Die internationalen Anwaltsfachmagazine sind voll des Lobes.
Philippe WeberPartner, Niederer Kraft & FreyPhilippe Weber ist das charmante Herz der Traditionskanzlei Niederer Kraft & Frey (NKF), ein geduldiger Zuhörer und strategischer Zukunftsgestalter. Er zählt zu den weltoffenen, modernen Vertretern seiner Berufswelt. NKF wird seit Jahren mit Awards überhäuft.Bilder: Keystone/PR
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«Bilanz» hat das «Who is who» der Schweizer Wirtschaft ermittelt. Die wichtigsten Personen im Wirtschaftsrecht:Cornel BorbélyStrafrechtler und Fifa-ChefermittlerDer Ex-Staatsanwalt lehrte Fussballfunktionäre das Fürchten. In seiner Funktion als Fifa Vorsitzender der Untersuchungskammer der Ethikkommission hat er schwierigste Ermittlungen orchestriert.Reuters RMS

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