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Harte Zeiten am Jobmarkt

Das Expat-Paradies Schweiz bröckelt

Hohe Löhne, Sicherheit, Lebensqualität – lange galt unser Land als Job-Eldorado für gut qualifizierte Ausländer. Doch nun trifft der raue Arbeitsmarkt auch sie.

Karin Kofler

Europa in Zürich: Viele Expats arbeiten in der Zürcher Europaallee und geben im Businessviertel mit globalen Unternehmen ihr Geld aus.
Europa in Zürich: Viele Expats arbeiten in der Zürcher Europaallee und geben im Businessviertel mit globalen Unternehmen ihr Geld aus.Thomas Meier

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Carmen P. (Name geändert) hat schon viele Jahre Arbeitserfahrung in der Schweiz. Die Spanierin kam erstmals Ende der 90er-Jahre nach Zürich und arbeitete für 100’000 Franken Jahreslohn im Audit. Später schnellte ihr Verdienst mit einem Stellenwechsel in die Medizinaltechnikbranche auf fast 250’000 Franken hoch – ein Spitzensalär für die Karrierefrau, die in ihrem Heimatland nie auf einen solchen Lohn gekommen wäre. Nach einem Jobverlust aus wirtschaftlichen Gründen ging es für sie jedoch abwärts. Carmen P. arbeitet heute in der Beschaffung. Freiberuflich. Eine Anstellung zu finden, sei schwierig, sagt sie. Unter anderem wegen ihrer mangelnden Deutschkenntnisse. Die Schweiz, eine attraktive Joboase für Zuwanderer aus Europa? Nicht mehr, findet Carmen P. «Die Schweiz war für Expats einst ein hochinteressanter Markt. Doch der Wind hat gedreht, es wird für uns Ausländerinnen und Ausländer zunehmend härter, einen Job zu finden.»
Die Zahlen geben ihr zu einem Teil recht. Schaut man sich die Erwerbslosenquote in der Schweiz laut der International Labour Organization (ILO) an – sie umfasst alle Arbeitsuchenden, nicht nur die gemeldeten –, dann war die Erwerbslosenquote von Personen aus dem EU/Efta-Raum im zweiten Quartal 2026 mit 6,6 Prozent deutlich höher als diejenige der Schweizer und Schweizerinnen (3,4 Prozent). Im Langfristvergleich über das zweite Quartal liegt der Wert so hoch wie seit 2016 nicht mehr.

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