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Harziger Bürokratieabbau

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Neu will der Bund jedes Jahr drei bis fünf Gesetzesbereiche nach unnötigen Vorschriften durchforsten. Derweil wächst die Regulierung weiter.

Valda

<p>Die schweizerische Regulierung wächst ungebremst jedes Jahr um rund 550 A4-Seiten.</p>

Die schweizerische Regulierung wächst ungebremst jedes Jahr um rund 550 A4-Seiten.

©RMS VISUALS / JULIE BODY

Am prächtigsten gedeiht die Bürokratie im Berner Subventionssumpf. Ein Beispiel: die Ausführungsbestimmungen zur Rückerstattung von Benzin- und Dieselsteuern sowie Zuschlägen. Das sind indirekte Subventionen, von denen Agrarbetriebe, Förstereien, Berufsfischer, Skigebiete mit Pistenbullys, ÖV-Bus- und Kursschiffbetreiber, ja sogar Natursteinbrüche und Diplomaten profitieren. Die Richtlinien dazu sind rund 200 A4-Seiten lang.

Der Bundesrat wollte diese Subventionen aus klimapolitischen Überlegungen zum Teil abschaffen, doch die Betroffenen haben sich erfolgreich dagegen gewehrt. Die Profiteure: 38000 Bauernhöfe, 400 Bergbahnen, Loipenbetreiber und Gemeinden, 140 Transportunternehmen sowie eine unbekannte Anzahl von Forstbetrieben, Steinbrüchen, Fischern und ausländische Diplomaten.

Um die Steuer (teil-)erstattet zu erhalten, generieren sie jährlich Zehntausende A4-Seiten Gesuche – und neuerdings auch viele digitale Daten. Diese Gesuche wiederum werden durch Dutzende von Angestellten der Verwaltung geprüft, umgesetzt und kontrolliert. Der Output: mickrige 160 Millionen Franken Staatshilfen.

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Andreas Valda

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