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Manche gehen gerne eine Extrameile – andere entsprechen den Klischees

Studie zeigt, wie unterschiedlich Gen Z beim BΓΌezen tickt

Faul, arbeitsscheu, verweichlicht: Es ist die ewige Leier um die fehlende Arbeitsmoral der Generation Z. Nun zeigt eine Studie: Die Jungen krempeln die Wirtschaft auf drei ganz unterschiedliche Arten um.

Nathalie Benn

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Die Generation Z (1995-2010) ist oft mit dem Vorurteil konfrontiert, weniger arbeiten zu wollen als andere Generationen. imago/Westend61

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Rafael Kehl (36) ist frustriert. 2022 erfΓΌllte sich der gebΓΌrtige Rheintaler den Bubentraum von der eigenen Metzgerei. Jetzt, vier Jahre spΓ€ter, ist dieser bereits wieder ausgetrΓ€umt. Der Grund: Kein Angestellter wollte richtig mit anpacken – am wenigsten die Jungen. Β«Viele haben keinen Bock, machen immer krank, wollen nur 80 Prozent arbeiten, aber 100 Prozent verdienenΒ», so Kehls Fazit nach frustrierenden Personal-Eskapaden, die ihn fast ins Burnout getrieben haben.
Der Fall der Metzgerei Kehl entfacht die hitzige Debatte um die Arbeitsmoral der Generation Z erneut. Sie ist faul, arbeitsscheu und vΓΆllig verweichlicht, hΓΆrt man immer wieder. Nicht nur PersΓΆnlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, auch ein grosser Teil der Blick-Community teilt diese Auffassung.
Doch ein fast ebenso grosser Teil findet auch: Nicht alle aus den JahrgΓ€ngen 1995 bis 2010 dΓΌrfen ΓΌber einen Kamm geschoren werden. Darauf pocht auch eine neue Studie der ZΓΌrcher Agentur Klar Employer Identity zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Blue Eyes Marketing. Die Schubladisierung greife zu kurz, so die Studienautoren. Eine Auswertung von 30'000 Kurzinterviews in Kombination mit 617 detaillierteren Befragungen zeigt: Junge sind sich nicht pauschal zu schade fΓΌrs Β«ChrampfenΒ». Vielmehr mΓΌssten Arbeitgeber wissen, welcher Gen-Zler in einem BewerbungsgesprΓ€ch vor ihnen sitzt. Und sie auch dementsprechend behandeln. Nur so kΓΆnne man junge Talente dauerhaft halten. Die Studie hat deshalb drei Gen-Z-Typen identifiziert. Interessant: Ein Modell ist tatsΓ€chlich das wandelnde Klischee.

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Die Loyalen – Sicherheit hat oberste PrioritΓ€t
Da wΓ€ren einmal die Bewahrer – Β«The GuardianΒ», wie die Studie diesen Typ nennt. Diese Gruppe mΓΆchte klare Regeln, ein stabiles Arbeitsumfeld und einen verlΓ€sslichen Chef. Eine steile Karriere um jeden Preis interessiert sie weniger. Ist das gegeben, lΓ€uft der Guardian zur Hochform auf: Β«Sobald er sich in sicheren und klaren Strukturen bewegt, leistet er aus purer LoyalitΓ€t signifikant mehr, als von ihm verlangt wirdΒ», heisst es in der Studie.
Die Sinnsucher – stimmen die Werte nicht, sind sie weg
Dann teilt die Studie einen Teil der Befragten in Β«The ActivistsΒ» ein – die Aktivisten. Diese Gruppe stimmt der Aussage Β«Sinnvolle Arbeit ist mir wichtiger als ein hohes EinkommenΒ» mit Abstand am deutlichsten zu. Die Arbeitsmoral der Aktivisten ist an die Werte des Arbeitgebers geknΓΌpft: So tendieren sie laut Studie besonders stark dazu, einfach den Bettel hinzuschmeissen, wenn das Unternehmen in ihren Augen nicht divers genug ist. Auch soll sich ihr Job mit dem Privatleben vereinen lassen – fΓΌr die anderen beiden Typen spielt das eher eine untergeordnete Rolle.
Die Karrieristen – Aufstieg geht vor
Ganz anders ist das bei der letzten Gruppe, den Β«High PerformernΒ»: Sinnhaftigkeit ist fΓΌr sie kein Motivator. Die Aktivisten gewichten den Sinn ihrer Arbeit um ganze 144 Prozent stΓ€rker als diese Gruppe. Die High Performer wollen Karriere und das grosse Geld machen. Soziale Faktoren wie Gleichberechtigung und Inklusion im Betrieb sind ihnen nicht wichtig. Auch muss der Arbeitgeber keine RΓΌcksicht auf ihre psychische Verfassung nehmen – dieses Thema spielt fΓΌr sie gar die geringste Rolle. DafΓΌr soll er sie unbedingt fΓΆrdern und bei Weiterbildungen unterstΓΌtzen. Verspricht sich diese Gruppe einen strategischen Vorteil, ist sie bemΓΌht, Probleme im Unternehmen anzusprechen. Β«Ansonsten wechselt sie gerΓ€uschlos zum nΓ€chsten Angebot, das ihr bessere Karrierechancen oder mehr Anerkennung bietetΒ», so das Fazit der Studie.

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