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Der unterschätzte Detailhandel im Realitäts-Check
Der Einzelhandel steckt gefühlt in der Dauerkrise. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Branche besser abschneidet als ihr Ruf.
Konsumnahe Branchen stehen seit Jahren unter medialem Dauerbeschuss. Die Debatten fokussieren auf Margendruck, Fachkräftemangel und technologische Trägheit – oft mit dem impliziten Schluss, dass bewährte Geschäftsmodelle an ihre Grenzen geraten seien. Das Paradebeispiel: Der stationäre Handel, dem seit Jahren der baldige Untergang prophezeit wird. Ein Realitäts-Check zeigt, wo der Handel weiterhin Stärke beweist.
Rekordumsätze mit hohem Offline-Anteil
In fast allen europäischen Märkten wächst der Einzelhandel. EU-weit verzeichneten die Unternehmen 2025 im Vorjahresvergleich ein Plus von drei Prozent. Allein der stationäre Handel erwirtschaftete in der Schweiz im letzten Jahr einen Rekordumsatz von 91 Milliarden CHF. Das Wachstum des Onlinehandels hat nach dem Corona-Boom wieder an Dynamik verloren. Aktuell liegt der Anteil in der Schweiz bei rund 12 Prozent.Gleichzeitig wächst der Anteil der Menschen, die ausschliesslich im stationären Laden einkaufen, von 25 Prozent 2021 auf heute 37 Prozent.
Lebhafte Einkaufsstrassen und starke Arbeitgeber
Von einem flächendeckenden Ladensterben in den Innenstädten kann keine Rede sein. Viele Einkaufsstrassen sind weiterhin belebt. In Zürich zählte beispielsweise die Bahnhofstrasse 2025 rund 14,2 Millionen Passanten – und jedes Jahr sind es mehr. Obwohl seit Jahresbeginn schweizweit bereits mehr als 480 Detailhändler Konkurs anmelden mussten, sind im gleichen Zeitrahmen über 1600 neue gegründet worden. Auch der Beschäftigungsindex hält sich im Handel auf stabil hohem Niveau. In Deutschland arbeiten über 3,1 Millionen Menschen im Einzelhandel. Das sind mehr als noch vor der Pandemie.
Nicht alles wächst, nicht alles funktioniert, aber erstaunlich viel erweist sich als belastbarer, als es das gängige Narrativ vermuten lässt. Statt Pessimismus braucht der Handel jetzt einen Perspektivenwechsel hin zu fundierter Zuversicht.
«Retail Reality-Check: Zuversicht statt Dauerkrise»
Wie gelingt der Ausbruch aus dem negativen Narrativ? An der Internationalen Handelstagung des Gottlieb Duttweiler Instituts vom 16. und 17. September 2026 diskutieren 11 internationale Vordenker*innen mit rund 200 Entscheidungsträgern aus dem Handel und konsumnahen Branchen, wie sie ihre Stärken strategisch für die Zukunft nutzen.


Auf der Bühne stehen unter anderem:
- Die Fussballlegende Oliver Kahn mit spannenden Insights zu Leadership und Entscheidungen unter Druck
- Die Handelsprofis Ingo Kretzschmar (Thalia), Philip Hitschler (Hitschies), Fredrik Engman (IKEA) und Thomas Gutberlet (Tante Enso)
- Die Thought Leader Heath Slawner aus dem Team von Simon Sinek, Prof. Dr. Daniela Schwarzer (Hertie School) und Anna Rosling Rönnlund (Gapminder)
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