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«Langfristig wohl noch teurer»

Flugticket-Preise in vier Jahren um zwei Drittel gestiegen

Eine Flugreise kostet heute im Schnitt 68 Prozent mehr als vor fünf Jahren, wie der Comparis-Freizeit-Preisindex zeigt. Eine Rückkehr zu Billigreisen ist laut einem Experten nicht in Sicht.

Nathalie Benn

Ferien, Kultur- und Freizeitaktivitäten werden für Herr und Frau Schweizer immer teurer.
Ferien, Kultur- und Freizeitaktivitäten werden für Herr und Frau Schweizer immer teurer. Sven Thomann

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Egal, ob Miete, Krankenkassenprämie, Lebensmittel oder Freizeitaktivitäten: Das Leben wird teurer. Wie viel tiefer man heute für Letzteres in die Tasche greifen muss, zeigt der Freizeit-Preisindex des Vergleichsdienstes Comparis. Er misst die durchschnittliche Teuerung in den Bereichen Freizeit, Kultur, Gastgewerbe und Reisen.
Die neuesten Zahlen enthüllen einen Mega-Kostentreiber: Wer heute ein Flugticket bucht, zahlt im Schnitt 68 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Zum Vergleich: Die aufsummierte Inflation seit 2021 beträgt 7 Prozent. Heisst: Flugticketpreise sind fast zehnmal stärker gestiegen als das allgemeine Preisniveau.
Der Index zeigt aber auch: Nicht alles belastet das Budget so stark wie Flugreisen. Die Teuerung in der Schweizer Hotellerie fällt mit einer Zunahme von 13,6 Prozent im Fünfjahresvergleich deutlich moderater aus. Ebenso haben sich die viel diskutierten Bergbahn- und Ski-Billette seit 2021 laut Comparis nur um 9,4 Prozent verteuert. Bei Eintritten in Sporteinrichtungen wie beispielsweise Badis sind es 3,8 Prozent. Und in der Parahotellerie sanken die Preise sogar: Camping, Airbnbs oder Jugendherbergen sind heute im Schnitt 2,8 Prozent billiger als vor fünf Jahren.

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«Fliegen wird wohl noch teurer»

Für Flugreisende hat Michael Kuhn, Finanzexperte bei Comparis, schlechte Nachrichten: «Fliegen wird in den nächsten 12 Monaten wohl noch teurer», sagt er voraus. «Vor allem Tickets für die Business-Class dürften anziehen. Das Angebot bleibt begrenzt, der Wettbewerb ist geringer und die Kundschaft reagiert weniger empfindlich auf Preisänderungen. Gleichzeitig ist die Zahlungsbereitschaft höher», so Kuhn.
Schuld an der Preisexplosion sind laut dem Experten gestiegene Treibstoff-, Personal- und Wartungskosten sowie Lieferengpässe bei neuen Fliegern. Letzteres mache sich insbesondere bei Langstreckenflügen bemerkbar, sagt Kuhn. Auf unrentablen Strecken würden Airlines zudem gezielt ihre Kapazitäten reduzieren, was das Angebot weiter verknappt.
Trotzdem können Flugreisende diesen Sommer kurzfristig das eine oder andere Schnäppchen ergattern: So sind die Preise für einzelne Sommerferien-Flüge zuletzt massiv unter Druck geraten – auf gewissen Strecken waren Tickets zeitweise bis zu 71 Prozent günstiger als im Vorjahr. Hintergrund ist eine schwächelnde Nachfrage aufgrund der Unsicherheit rund um den Krieg im Iran: Weil viele Reisende mit ihren Buchungen zögern, verscherbeln Airlines ihre Flüge mit Mega-Rabatten. Am langfristigen Trend hin zu explodierenden Flugreisen ändert das aber nur wenig.

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