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Busse als Strategie

Der Bund verdonnert ­Autoimporteure zu Millionensanktionen

CO2-Sanktionen als Kalkül: Importeure zahlen bisweilen lieber Millionenbussen, statt auf gefragte Verbrennermodelle zu verzichten. Es ist eine ökonomische Abwägung.

Ueli Kneubühler

Importeure zahlen Rekordbussen für Verbrennermodelle.
Importeure zahlen Rekordbussen für Verbrennermodelle. Alamy Stock Photo

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Wird ein neues Auto auf den Schweizer Strassen zugelassen, dürfen seine Emissionen einen gewissen CO2-Wert nicht überschreiten. Passiert dies trotzdem, werden Sanktionszahlungen fällig. Und das nicht zu knapp. Rund 98 Millionen Franken sind es für 2025, wie das Bundesamt für Energie (BFE) Ende Juni kommunizierte. Das ist der zweithöchste Wert seit Einführung der CO2-Emissions-Vorschriften 2012. Die Strafzahlung wäre gar doppelt so hoch ausgefallen, hätte das Amt die Berechnungsformel wegen des schleppenden Absatzes der E-Autos nicht angepasst. Berappen müssen das die Schweizer Importeure.
Tief in die Kasse greifen muss die Amag. Rund 66’000 Autos hat die Marktleaderin im vergangenen Jahr auf die Strasse gebracht – und die Vorgaben nicht erfüllt. Für die Importeurin der Autos aus dem VW-Konzern werden daher stattliche 54 Millionen Franken fällig. Ob die Amag dies selbst bezahlt oder mit dem Hersteller teilt, will weder die grösste Autohändlerin in der Schweiz noch der VW-Konzern mitteilen.
Amag-Chef Helmut Ruhl spart nicht mit Kritik.
Amag-Chef Helmut Ruhl spart nicht mit Kritik.Philippe Rossier
Amag-Chef Helmut Ruhl spart nicht mit Kritik.
Amag-Chef Helmut Ruhl spart nicht mit Kritik.Philippe Rossier
Amag-Chef Helmut Ruhl stinken die Abgaben jedoch gewaltig. «Die CO2-Lenkungsabgaben in der Schweiz betragen für den Zeitraum 2012 bis 2025 rund 500 Millionen Franken und im fast fünfzig Mal grösseren EU-Automarkt 510 Millionen Franken für denselben Zeitraum», so Ruhl, der auch die Bussen für leichte Nutzfahrzeuge einrechnet. Gleichzeitig seien die Mehrwertsteuerausfälle wegen der schwachen Entwicklung des Neuwagenmarkts in den letzten Jahren mehr als doppelt so hoch wie die CO2-Lenkungsabgaben, und beim alten Fahrzeugbestand würden die CO2-Emissionen viel weniger schnell sinken als bei den Neuwagen. Mit anderen Worten: Der behördliche Markteingriff zielt ins Leere.

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Von den insgesamt 56 registrierten Importeuren wurden 2025 allerdings nur 14 sanktioniert. Emil Frey, Europas grösste Autohändlerin, brachte fast 38’000 Fahrzeuge auf die Schweizer Strassen und hielt die Zielvorgaben dank der Flottenmischung ein. Resultat: sanktionsfrei.
In der Branche ist das Sanktionsregime jedoch verpönt. Über die Bussen werde de facto das Angebot behördlich gesteuert, sagt ein Händler: Bestimmte Modelle und Verbrenner fielen aus dem Sortiment, weil deren Import die Flottenziele zu stark belasten. Für die Importeure läuft es auf eine simple ökonomische Abwägung hinaus: Was kommt günstiger? Die Sanktionen in Kauf nehmen, um im Gegenzug margenstarke, gefragte Verbrennermodelle auf den Markt zu bringen und die Werkstätten auszulasten – oder das Angebot zugunsten der E-Autos beschneiden und Umsatzverluste riskieren? Amag hat sich offenbar für Ersteres entschieden.

14 sanktionierte Importeure

Welche Importeure wegen überhöhter CO2-Emissionen bei Autos eine Busse bezahlen müssen und welche nicht (Auswahl).
Anzahl AutosBusse in Franken
VW Group (inkl. Porsche)66’35053’766’723
BMW23’48619’321’932
Ferrari5149’347’527
Ford53626’545’662
Mercedes-Benz24’2202’922’143
Aston Martin1582’107’254
Bcars401844’185
CV Trade1455214’249
Car Trade 2452491’097
Camping-Concept32769’896
Replace Car5953’808
19869353’805
Cadillac Europe7047’082
Linden Garage Gunzwil17012’112
Emil Frey37’8690
Astara Switzerland Emission19’1140
Renault17’2550
Volvo Car12’5020
Quelle: BFE

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