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Manor will die Lebensmittelläden in der Deutschschweiz an Coop abgeben. Das erzürnt die Basler. Und lässt sie von einem Plan B träumen.
Während Corona offen, ab 2027 an Coop ausgelagert: In Basel wird über die Zukunft des Lebensmittel-Supermarkts von Manor diskutiert (Archivbild 2020).
KeystoneDer Entscheid des Warenhauskonzerns Manor, in der Deutschschweiz keine Lebensmittel-Supermärkte mehr zu betreiben, sorgt insbesondere bei der Kundschaft des Basler Warenhauses für starke Reaktionen. Vor allem im rechtsrheinischen Kleinbasel gehört es zum guten Ton, frischen Fisch, französischen Käse oder hausgemachte Salsicce in der Lebensmittelabteilung des Warenhauses zu kaufen. Gemäss Ankündigung soll ab 2027 eine Coop-Filiale den Manor-Supermarkt ersetzen. Das gleiche Schicksal droht auch den Supermärkten in Rapperswil SG und Emmen LU, dort allerdings schon 2026.
In höchsten Basler Politkreisen werden offenbar schon spontane Rettungspläne geschmiedet. So fordert Marco Greiner, Vizestaatsschreiber und Sprecher der Basler Regierung, auf Linkedin einen «Mitarbeiter-Buyout». Die klagenden Konsumentinnen und Konsumenten sollen sich zu einer Genossenschaft zusammenschliessen und Angebote wie die beliebte Fischtheke «mit ihren spezialisierten Fachkräften» retten, so Greiner. «Supergute Idee», antwortet Kommunikator und Ex-Journalist Christoph Grenacher, und Samuel Hess, Geschäftsleitungsmitglied des kantonalen Basler Arbeitsamtes, segnet den Plan schon mal mit einem virtuellen «Thumbs up» ab.
Aus dem Nachbarkanton erhält Staatsschreiber Greiner gar Unterstützung aus den höchsten Reihen. «Da würde ich auch einen Anteilschein kaufen!», kündigt der Baselbieter Regierungsrat Isaac Reber an. Den letzten Supermarkt im Kanton Baselland – im Kantonshauptort Liestal – hat Manor bereits im Jahr 2021 geschlossen und an Coop abgetreten. Jener im Untergeschoss des Basler St.-Jakob-Stadions (direkt an der Kantonsgrenze zu Baselland) wurde 2022 geschlossen.
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