Dank schärferen Gesetzen soll die Finma die Streichung und gar die Rückzahlung von Banker-Boni erzwingen können. Echte Clawbacks bleiben jedoch schwierig.
Geht es nach dem Bund, sollen fehlbare Banker auch ausbezahlte Boni wieder herausrücken müssen.Tessy Ruppert / Dieses Visual wurde von einer Person gestaltet und mit Hilfe von KI umgesetzt
Es war einer der grössten Finanzskandale der Geschichte: Rund 4,5 Milliarden Dollar wurden zwischen 2009 und 2014 aus dem malaysischen Staatsfonds 1MDB gestohlen, allein 731 Millionen sind auf dem Konto des früheren malaysischen Ministerpräsidenten Najib Razak gelandet. Mittendrin im Skandal: Goldman Sachs. Drei Goldman-Sachs-Angestellte halfen 1MDB dabei, Anleihen im Wert von 6,5 Milliarden zu verkaufen, einer der Banker war daran beteiligt, die Gelder zu unterschlagen. Trotz Warnungen reagierten die Bankoberen nicht. 2020 einigte sich Goldman Sachs mit der US-Justiz auf einen Vergleich und zahlte 2,9 Milliarden Dollar.
Und: Die Bank ging den Managern an die Boni. Insgesamt 174 Millionen variable Vergütungen wurden gestrichen, zum Teil wurden auch bereits ausgezahlte Boni zurückgefordert. Letzteres heisst im Bankenenglisch «Clawback». Dem zum Zeitpunkt der 1MDB-Geschäfte aktiven Topmanagement wie dem damaligen CEO Lloyd Blankfein strich die Bank ausstehende Boni von insgesamt rund 67 Millionen Dollar.