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Autoexperte Dudenhöffer warnt nach VW-Abbau

«Die Schlacht für die Zukunft von VW wird in China entschieden»

Chinesische Autobauer drängen mit Tiefpreisen nach Europa und setzen die europäische Autoindustrie unter Druck. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer ordnet ein.

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Volkswagen steckt mitten in der grössten Krise der Konzerngeschichte.
Volkswagen steckt mitten in der grössten Krise der Konzerngeschichte.keystone-sda.ch

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Die europäische Autoindustrie steckt tief in der Krise. 2017 wurden in Europa 22 Millionen Autos gebaut. 2026 dürften es noch 16 Millionen sein. In den kommenden fünf bis zehn Jahren könnte die Zahl gar unter zehn Millionen sinken. Diese Entwicklung hat Folgen an der Börse: Auto-Aktien haben im letzten Halbjahr 20 Prozent an Wert eingebüsst. Und sie trifft auch die vielen Schweizer Zulieferer hart. Die Gründe dafür sind vielfältig.

500'000 Autos zu viel produziert

Volkswagen, den grössten europäischen Autobauer, trifft diese Entwicklung besonders hart: Hohe Fixkosten und eine schleppende Restrukturierung belasten den Konzern. VW muss in Europa eine Produktionsüberkapazität von mehr als 500'000 Fahrzeugen abbauen – eine Herkulesaufgabe!
Am Donnerstag gab Volkswagen überraschend bekannt, dass 50'000 Stellen verschwinden. Mit den bereits kommunizierten 50'000 gestrichenen Jobs dürften über 100'000 Jobs wegfallen. Die herumgereichten Zahlen variieren aber, sie beruhen teils auf geleakten internen Papieren. Zudem sickerte durch, dass Volkswagen 2029 die erste Traditionsmarke sterben lässt. Fabrikneue Seat-Fahrzeuge soll es dann keine mehr geben.
Gleichzeitig bleibt aber offen, was mit mehreren deutschen Werken geschieht. Die VW-Fabriken in Emden, Zwickau, Hannover und das Audi-Werk in Neckarsulm stehen auf der Kippe. Volkswagen denkt mittlerweile sogar laut über einen Einstieg in die Rüstungsindustrie nach. In den kommenden zehn Monaten wird im Detail ausgearbeitet, wie Volkswagen künftig aufgestellt sein wird.

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«Wer nicht wächst, gibt sich auf»

Der grösste Druck kommt aber aus China. Dort treffen Überkapazitäten und ein brutaler Preiskampf aufeinander. Mehr als 100 Hersteller kämpfen um Kunden. Die Folge: Die chinesischen Autoexporte dürften laut einer Einschätzung von Vermögensverwalter Carmignac von sieben Millionen Fahrzeugen 2025 auf über zehn Millionen 2026 steigen. BYD verkauft bereits fast 35'000 Autos pro Monat in Europa. Neue Anbieter wie Jaecoo locken teilweise mit Preisen, die bis zu 35 Prozent unter vergleichbaren europäischen Modellen liegen.
Für Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer (75) ist klar: «Die Schlacht für die Zukunft von VW wird in China entschieden», sagt er. «Und nicht in den Werken in Emden oder Hannover.» Dudenhöffer betont aber: «Bessere Kosten helfen, mit mehr Power in die Märkte zu gehen.» Den Zukunftsplan, den der Aufsichtsrat von VW gestern präsentiert hat, nennt er einen «Kompromiss». Sein Fazit: «Der ist aber besser als die quälenden öffentlichen Diskussionen der letzten 24 Monate.»
Nun könne man sich endlich wieder aufs Geschäft konzentrieren. «Im Zukunftsplan sind viele Ziele formuliert, aber weniger konkrete Aktionen genannt», kritisiert der Experte. «Ob man das Geschäft in Nordamerika damit zum Laufen bringt, wird sich zeigen.» Es wäre falsch, das Wachstum nun weltweit auszusetzen. Denn: «Wer seine Grösse aufgibt und nicht mehr wächst, gibt sich auf im Automarkt.» Das gilt nicht nur für Volkswagen.

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Patrik Berger
Patrik Berger ist Redaktor Wirtschaft bei der Handelszeitung.

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