Der Volkswagen-Konzern will bis in drei Jahren die Marke Seat verschwinden lassen. Das geht aus internen Dokumenten hervor. Dafür will VW auf die Schwestermarke Cupra setzen.
Nächster Knall bei Volkswagen! Bisher wurden Zehntausende Jobs gestrichen – jetzt geht es der ersten Marke an den Kragen. Die Verantwortlichen des deutschen Autoherstellers wollen Seat aus dem Verkehr ziehen, wie die «Wirtschaftswoche» unter Berufung auf einen Vorstandsbeschluss berichtet. Seit 1986 gehört die spanische Traditionsmarke zum VW-Konzern.
In den Plänen spielt Seat ab dem Jahr 2030 keine Rolle mehr. Der Autobauer will damit Kosten sparen und Abläufe vereinfachen. «Eine Fortführung von Seat in der bisherigen Form würde zusätzliche Ressourcen binden», heisst es im Bericht. Definitiv ist die Sache noch nicht. Am Freitag soll der VW-Aufsichtsrat darüber abstimmen.
Cupra auf der Überholspur
Der spanischen Marke wird unter anderem der Aufstieg von Cupra zum Verhängnis. VW will nämlich auf die Schwestermarke setzen. Diese hat Seat schon längst überholt. 2025 verkaufte Seat in der Schweiz noch knapp 3000 Fahrzeuge. Cupra dagegen deren 7000 Stück. Die beiden Marken zusammen hatten 2025 hierzulande einen Marktanteil von 3,8 Prozent.
Ein Volkswagen-Sprecher kommentierte die internen Unterlagen gegenüber der Bild nicht. Seat wurde 1950 als spanischer Autobauer gegründet, mit dem Ziel, das Land zu motorisieren. Anfangs produzierte die Firma vor allem Fiat-Modelle in Lizenz. Zum Volksauto wurde der ab 1957 gebaute Seat 600, der für viele spanische Familien das erste eigene Auto war. Nach dem Bruch mit Fiat begann Seat in den 1980er-Jahren eine neue Ära. 1986 stieg Volkswagen ein, später übernahmen die Deutschen Seat vollständig. Modelle wie Ibiza, Leon und Toledo machten die Marke europaweit bekannt. In der Schweiz werden Seat-Autos vor allem durch die Amag importiert.