Den 12. Mai 2025 wird man in den Konzernzentralen von Big Pharma nicht so schnell vergessen. In gewohnt publikumswirksamer Manier setzte Donald Trump seine ausladende Unterschrift unter einen Erlass, der eine Senkung der amerikanischen Medikamentenpreise auf europΓ€isches Niveau nach dem Most-Favored-Nations-Prinzip (MFN) versprach; ein Albtraum fΓΌr eine Industrie, die sich und ihre steigenden Kosten fΓΌr Innovation zum grossen Teil ΓΌber den US-Markt finanziert. Als dann auch noch die Drohung kam, den Export pharmazeutischer Produkte in die USA mit ZΓΆllen von 200 Prozent zu belegen, schien der Sturm perfekt β die Investoren wurden nervΓΆs und verkauften Pharmatitel. Ob hier eine hochprofitable Industrie vor dem Absturz stand?
Heute wissen wir: Der Crash blieb aus, acht Monate spΓ€ter ist der Spuk schon wieder vorbei. Stattdessen feiert Big Pharma ein Comeback, als ob es Trumps Trommelfeuer nie gegeben hΓ€tte. Die Kurse zeigen nach oben, Roche und Novartis brillieren nach der Einigung mit Trump vor Weihnachten an der BΓΆrse geradezu. Konzernchef Vas Narasimhan lΓ€sst 12 Milliarden Dollar fΓΌr ein auf seltene Krankheiten spezialisiertes Start-up springen, die amerikanische Merck geht gar fΓΌr 30β
Milliarden Dollar auf Einkaufstour, man erwartet rege M&A-AktivitΓ€ten fΓΌr 2026. Angst vor der Zukunft sieht anders aus.