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Firmen zahlen Abgabe

Fredy Gantner will «Profiteure der Zuwanderung» zur Kasse bitten

Der Unternehmer Alfred Gantner lanciert einen Vorschlag, um die Zuwanderung zu verteuern. Die Idee: Unternehmen sollen für ausländische Angestellte eine Abgabe zahlen. Das Geld käme dann Schweizer Haushalten zugute.

Michael Hotz

Alfred Gantner, Unternehmer, Mitglied des Initiativkomitees, spricht waehrend einer Medienkonferenz des Komitees der Kompass-Initiative zu Zwischenstand der Sammelphase und geplanten weiteren Schritten, am Dienstag, 29. April 2025 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Keystone

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Wirtschaftsführer Alfred «Fredy» Gantner (58) ist kein Fan der Europäischen Union. Der breiten Öffentlichkeit ist der Mitgründer des Finanzunternehmens Partners Group als einer der prägenden Köpfe hinter der Kompass-Initiative gegen die EU-Verträge bekannt. Und als Teil jener Unternehmer, die Anfang November 2025 zu Donald Trump (80) ins Oval Office reisten – und die dem US-Präsidenten einen Goldbarren und eine Rolex-Tischuhr für einen Deal im Zollstreit überreichten. Und jetzt hat Gantner zusammen mit seiner Allianz «Kompass Europa» ein Konzept zur Steuerung der Zuwanderung lanciert, wie er in einem Interview mit CH Media verrät.
Konkret: Der Zuger Unternehmer schlägt vor, dass Firmen eine Abgabe zahlen sollen, wenn sie Arbeitskräfte aus der EU engagieren. Die Summe soll während fünf Jahren anfallen – und abhängig vom Lohn des Angestellten sein. Bei einem Jahreseinkommen von 75'000 Franken sollen insgesamt 15'000 Franken an Abgaben anfallen. Diese steigt dann bei höheren Lohnsummen überproportional an. Bei einem Einkommen von 300'000 Franken im Jahr wären es schon 225'000 Franken.

Geld von «Profiteuren der Zuwanderung» für Bevölkerung

Die Einnahmen des Bundes aus dieser Abgabe schätzt Gantner auf 1,35 Milliarden Franken pro Jahr. Der Betrag soll die Kosten ausgleichen, die Zugewanderte verursachen. «Dafür sollen die Arbeitgeber, bei denen die zusätzliche Wertschöpfung anfällt, einen Beitrag leisten», so der EU-Kritiker im CH-Media-Interview. Firmen seien derzeit die «Profiteure der Zuwanderung».

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Das Geld aus dem Zuwanderungstopf will Gantner direkt der Bevölkerung zurückgeben – vor allem den einkommensschwachen Menschen. Sie sollen jährlich bis zu 990 Franken erhalten, eine vierköpfige Familie rund 4000 Franken.

Zuwanderungsabgabe schon lange politisches Thema

Die Idee einer Zuwanderungsabgabe gibt es auf dem politischen Parkett schon seit Jahren. Bereits nach Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative 2014 war eine solche Abgabe ins Spiel gebracht worden. Rund um die 10-Millionen-Initiative entstand im Sommer eine erneute Debatte darüber. Der Bundesrat gab Anfang September bekannt, eine Zuwanderungsabgabe prüfen zu wollen – als Teil der Schutzklausel im Rahmen der Bilateralen III, also der neuen EU-Verträge.
Vor gut zwei Wochen sprach sich nun der Ständerat für eine solche Lenkungsabgabe aus. Firmen sollen 4000 Franken für jeden ausländischen Angestellten zahlen, wenn der Bundesrat vorher die Schutzklausel anruft. Der Arbeitnehmer muss dann zusätzlich 2000 Franken pro erwachsenes Familienmitglied berappen. Das geht Gantner zu wenig weit: «Diese Massnahme käme viel zu spät», sagte er im Interview. Darum habe er seinen Vorschlag «als Gedankenanstoss für die politische Debatte» eingebracht. Die Krux daran: Im Gegensatz zur Lösung des Ständerats wäre seine Zuwanderungsabgabe nicht mit dem Freizügigkeitsabkommen der EU kompatibel.

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Über die Autoren
Michael Hotz
Michael Hotz
Michael Hotz ist Ressortleiter bei Ringier Medien Schweiz

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