Binz-Quartier in Zürich, Grubenstrasse 10. Am Hauptsitz von Denner wurde Schweizer Discountgeschichte geschrieben, wurden Kartelle geschliffen, Preise pulverisiert und Boxkämpfe für Konsumenten ausgefochten. Nur das Kapitel der Kundentechnologie klappte man nie richtig auf. Das Denner-Dogma: Statt in Apps und Selfscanning zu investieren, stecken wir das Geld lieber in tiefe Preise.
Das ändert sich gerade. Was auch mit jenem Mann zu tun hat, der jetzt im Sitzungszimmer Platz nimmt. Vor einer Backsteintapete, die ebenso wie Raphael Werner von urbaner Coolness und Aufbruch kündet. Der Kadermann mit der Funktion eines «Leiters Kunde» spricht erstmals detaillierter über das Loyalitätsprogramm, das Denner bald lancieren will. Ein Vorhaben, das lange Jahre undenkbar schien, weil es nicht zur Denner-Denke passte. Aber falsch: Ein Loyalitätssystem erlaube es, die Kunden noch besser zu verstehen und ihr Einkaufsverhalten systematischer zu verfolgen, so Werner: «Aktionen effizienter auf Kundenverhalten abzustimmen, ist ein riesiger Hebel. Was es kostet, wird durch das, was eingespart wird, mehr als aufgewogen.»