Abo
Auch Deutschland-Chef weg!

Lindt & Sprüngli wirft CEO per sofort raus

Adalbert Lechner muss per sofort gehen. Der Verwaltungsrat sucht nach seiner Nachfolge. Mit einer neuen Führung will der Konzern zu neuem Wachstum zurückfinden.

Bernadette_Hogg_Journalistin Wirtschaftsdesk_Ringier Medien Schweiz_1.jpg

Werbung

Lindt & Sprüngli braucht einen neuen Chef! Nach gut vier Jahren an der Spitze und 33 Jahren beim Konzern verlässt der bisherige CEO Adalbert Lechner (65) das Unternehmen mit sofortiger Wirkung, wie das Unternehmen aus Kilchberg ZH am Montag mitteilte. Der Verwaltungsrat sucht seinen Nachfolger, eine Entscheidung dazu soll im zweiten Quartal 2027 getroffen werden.
Dieter Weisskopf (71), der ehemalige CEO und jetzige Vizepräsident des Verwaltungsrats, soll in der Zwischenzeit die operative Leitung übernehmen. Er war zwischen 2016 und 2022 Chef des Unternehmens. Der Grund für Lechners Abgang: Der Konzern will eine neue Führung um wieder beständig und stark zu wachsen.

Hartes Jahr an der Börse

Der Aktienkurs des Unternehmens zeigt den schlechten Trend: Im Jahr 2026 haben die Papiere des Konzerns bisher fast 25 Prozent abgeschmiert. Im September gab das Unternehmen einen Umsatzrutsch bekannt und senkte die Prognose für 2026 deutlich. Es war schon die zweite Umsatzwarnung innerhalb eines Jahres.

Auch in Deutschland und Österreich wechselt der Konzern die Führung. Michal Spiller, CEO Deutschland, verlässt das Unternehmen per 26. Oktober nach fast einem Vierteljahrzehnt bei Lindt & Sprüngli. Die Stelle wird von Ali Kulein, derzeit CEO Österreich übernommen. Er wird wiederum von Fabian Reinhardt, Leiter Global Sales, abgelöst.

Partner-Inhalte

In Europa läuft das Geschäft schlechter als erhofft

Ausgerechnet in Deutschland und Österreich, sowie im Heimmarkt Schweiz, lief das Geschäft in letzter Zeit schlechter als erhofft. Preiserhöhungen schmeckten den Kunden offenbar nicht. Auch die extreme Sommerhitze in Europa soll den Hunger auf Schokolade gedämpft haben.
Weisskopf will wieder frischen Wind in den Konzern bringen, um dem nächsten CEO ein dynamisches Unternehmen zu hinterlassen. «In den kommenden Monaten konzentriere ich mich vor allem darauf, unser europäisches Geschäft wieder auf Wachstumskurs zu bringen», sagt der wiederkehrende Konzernchef in der Medienmitteilung. In Asien und dem pazifischen Raum sowie Nordamerika will er weiter wachsen. Und: «Wir werden erheblich in unsere Marken investieren und die Profitabilität weiter verbessern.»
Über die Autoren

Werbung