Es ist die erste Geldstrafe der EU gegen den Tech-Riesen Google unter dem neuen «Digital Markets Act» – und die höchste, die seit Einführung des Gesetzes im Jahr 2024 verhängt wurde. Die EU-Kommission will von der Alphabet-Tochter Strafzahlungen in Höhe von 460 und 430 Millionen Euro. In Dollar entsprechen die addierten 890 Millionen Euro exakt einer Milliarde.
Bislang hatte Apple den unrühmlichen Titel der höchsten je verhängten Einzelstrafe unter dem Gesetz inne – verlangt hatte die EU-Kommission 2024 aber nur einen Betrag von 500 Millionen Euro. Konkret wirft die EU dem Tech-Konzern mit Sitz im kalifornischen Silicon Valley vor, seine Marktmacht wettbewerbswidrig missbraucht zu haben. Google soll die eigenen Dienste bei der Onlinesuche bevorzugt haben. Dafür wurde die höhere Strafe verhängt. Zudem soll der Konzern App-Entwickler daran gehindert haben, Nutzer auf günstigere oder alternative Downloadmöglichkeiten ausserhalb des Google Play Stores aufmerksam zu machen.
EU hätte auch höhere Strafe verhängen können
Dabei kommt Google vergleichsweise glimpflich davon: Denn die EU-Kommission hätte die Geldstrafe auch deutlich höher ansetzen können. Nach dem Digital Markets Act sind Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes möglich. Google erzielte im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz von rund 400 Milliarden US-Dollar. Heisst: Die maximal mögliche Strafe liegt bei 40 Milliarden US-Dollar.
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Nun muss der Konzern der Aufforderung der EU-Kommission innerhalb von 60 Tagen nachkommen. Andernfalls kann die Kommission Zwangsgelder in Höhe von fünf Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen.