Manche Geschichte dauern länger bis zum Happy End. Zum Beispiel jene der acht Flaschen Château d'Yquem aus den Jahrgängen 1892 und 1896. Die Flaschen wurden 1985 mit 125 anderen mehr oder weniger wertvollen Bouteillen im Keller einer Schlosskapelle im heutigen Tschechien entdeckt.
Die damaligen Besitzer des Schlosses, die Familie Beaufort-Spontin, versteckte sie gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Familie floh nach Österreich. Schloss Bečov wurde Eigentum der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik und mit ihm die Kellerfundstücke von 1985.
Château d'Yquem bot an, die Flaschen zu restaurieren. Zuvor wurde deren Inhalt sensorisch geprüft. Dank Coravin, einem speziellen Ausschank- und Konservierungssystem, konnten die Weine verkostet werden, ohne die Flaschen zu öffnen und der Oxidation auszusetzen.
Die Flaschen aus dem Kellerfund von 1985 auf Schloss Bečov in der Tschechei.AFP
Die Flaschen aus dem Kellerfund von 1985 auf Schloss Bečov in der Tschechei.AFP
Yquem-Önologe Toni El Khawand kommentierte das magische Erlebnis: «Der Wein beeindruckte uns durch seine Frische am Gaumen». Im Keller unter der Kapelle hätten die Flaschen in Dunkelheit und konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit die Jahrzehnte bis zu ihrem Fund unbeschadet überstehen können.
Die Flaschen wurden neu verkorkt und mit einer Schutzkaspel ausgestattet.AFP
Die Flaschen wurden neu verkorkt und mit einer Schutzkaspel ausgestattet.AFP
Die Restauration der Flaschen erfolgt sehr behutsam. Sie wurden neu verkorkt und mit Kapseln versehen. Sogar der Kellerstaub längst vergangener Zeiten wurde erhalten. Die Restaurationsarbeit hatte allerdings ihren Preis. Von ursprünglich acht Flaschen bleiben fünf übrig. Sie können ab sofort im Keller von Schloss Bečov bestaunt werden.