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Bezahl-Apps

Twint-Banken: Absprachen gegen Apple Pay?

UBS, Credit Suisse und andere Twint-Partner sind ins Visier der Weko geraten. Sie sollen Apple Pay blockiert haben, um Twint zu bevorzugen.

BERLIN, GERMANY - SEPTEMBER 28: The logo of the payment system Apple Pay is displayed on a smartphone on September 28, 2018 in Berlin, Germany. (Photo by Thomas Trutschel/Photothek via Getty Images)

Bezahl-App: Die Weko nimmt Banken wegen Mobile-Pay-Absprachen ins Visier.

2018 Photothek

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Der Kampf um die Vorherrschaft bei Bezahl-Apps in der Schweiz hat erneut die WettbewerbshΓΌter auf den Plan gerufen. Die Wettbewerbskommission (Weko) ermittelt gegen Schweizer Finanzinstitute wegen dem mutmasslichen Boykott von Apple Pay und Samsung Pay. Zugleich lΓ€uft aber weiterhin eine Untersuchung gegen Apple.

Die WettbewerbsbehΓΆrde hat am Dienstag Razzien bei den Grossbanken Credit Suisse und UBS, der Postfinance sowie den Kreditkartenfirmen Swisscard und Aduno durchgefΓΌhrt, wie sie am Donnerstag mitteilte. Es bestehe der Verdacht, dass die Schweizer Finanzinstitute sich abgesprochen hΓ€tten, ihre Kreditkarten nicht fΓΌr die Benutzung mit Apple Pay und Samsung Pay freizugeben. Dies, um die Schweizer Bezahl-App Twint zu bevorzugen.

Verdacht ist nicht neu

Der Verdacht, dass die Banken und Kreditkartenfirmen ihre eigene Bezahl-App Twint gegen die internationale Konkurrenz schΓΌtzen, ist nicht neu. So hatten bei der Lancierung von Apple Pay vor zweieinhalb Jahren nur wenige Kreditkartenherausgeber ihre Karten fΓΌr den Dienst freigeschaltet.

Warum kommt die Untersuchung also gerade jetzt? Β«Wir haben neue Informationen bekommenΒ», begrΓΌndete Weko-Vizedirektor Olivier Schaller den Zeitpunkt gegenΓΌber der Nachrichtenagentur AWP. Die Weko brauche Anhaltspunkte, dass unzulΓ€ssige Abreden stattfΓ€nden. Diese Anhaltspunkte hΓ€tten sich durch die neuen Informationen ergeben. Die Untersuchung dΓΌrfte non wohl eine Weile in Anspruch nehmen. Solche Ermittlungen seien sehr anspruchsvoll.

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Banken sehen VorwΓΌrfe als unbegrΓΌndet

Die betroffenen Institute zeigen sich derweil zuversichtlich, dass sich die VorwΓΌrfe als unbegrΓΌndet erweisen werden. Die Postfinance kooperiere mit der WettbewerbsbehΓΆrde zur KlΓ€rung des Sachverhalts, teilte etwa die Post-Tochter mit. Sie sei ΓΌberzeugt, nicht gegen das Kartellrecht verstossen zu haben.

Die UBS kommentiert laut ihrer Stellungnahme zwar keine laufenden Untersuchungen. Sie hΓ€lt aber fest, dass sie bereits 2016 versucht habe, sich mit Apple Pay ΓΌber eine Nutzung der UBS-Kreditkarten zu einigen. Β«Obwohl wir mehrere Alternativen angeboten haben, konnte mit Apple Pay leider keine Einigung zur Zusammenarbeit gefunden werdenΒ», schrieb die Grossbank.

Die Credit Suisse wiederum erklÀrte, dass man überzeugt sei, dass sich die Vorwürfe als unbegründet erweisen werden. «Über unsere fünfzigprozentige Tochtergesellschaft Swisscard bieten wir bereits heute Konsumenten in der Schweiz Zugang zu Apple Pay und Samsung Pay», schrieb die CS in einer Stellungnahme. Zudem sei die Grossbank seit mehreren Monaten im GesprÀch mit Apple, Samsung und Google, für die Einführung von deren Bezahl-Apps für die CS-Kunden.

Swisscard selbst zeigte sich ΓΌberrascht, in die Untersuchung einbezogen zu werden. Ihre Kunden kΓΆnnten seit November 2016 Apple Pay nutzen und seit August 2017 auch Samsung Pay. Swisscard sei zuversichtlich, dass sich die VorwΓΌrfe als haltlos erweisen wΓΌrden.

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Bezahl-Apps werden beliebter

Vor zwei Jahren hatten die Banken Twint mit dem Konkurrenten Paymit fusioniert. Seither gehΓΆrt Twint den sechs grΓΆssten Schweizer Banken und der Finanzinfrastrukturbetreiberin SIX. Zudem beteiligt sich der franzΓΆsische Zahlungsverkehr-Anbieter Worldline zu 20 Prozent an Twint.

Bezahl-Apps sind in der Schweizer BevΓΆlkerung laut Umfragen bislang noch wenig verbreitet, auch wenn die Nutzungszahlen steigen. Laut einer Studie des Instituts fΓΌr Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern erreicht das Bezahlen von unterwegs mit monatlich etwa 1,75 Millionen Transaktionen einen Marktanteil von ungefΓ€hr 0,5 Prozent.

Die Twint-App hat dabei einen gewichtigen Nachteil: Apple blockiert der Konkurrenz auf dem bei Schweizer besonders beliebten iPhone den Zugang ΓΌber den Kurzfunktechnologie NFC, die die schnellste und einfachste Technologie zum kontaktlosen Bezahlen ist.

Untersuchung gegen Apple lΓ€uft

Die NFC-Schnittstelle beansprucht Apple exklusiv für den eigenen Handybezahldienst. Twint muss deshalb auf das Einlesen von QR-Codes oder die Bluetooth-Übertragungstechnik ausweichen. Das verlÀngert den Bezahlvorgang deutlich.

Die Wettbewerbskommission untersucht schon seit lΓ€ngerem, ob Apple damit den Wettbewerb behindert. Das Verfahren sei vorgeschritten, sagte Vizedirektor Schaller. Ein Entscheid sei jedoch noch nicht gefallen.

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(awp/ccr)

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