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Etablierte Autohersteller ziehen sich zurück

Tesla erobert den US-amerikanischen Markt für Elektrofahrzeuge zurück

Die Verkaufszahlen für Elektrofahrzeuge in den USA bleiben weiterhin schwach, doch Teslas Marktanteil hat sich von seinem Tiefpunkt im Jahr 2025 wieder erholt.

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Jüngsten Daten zu den Autoverkäufen zufolge gewinnt Tesla in den USA erneut an Boden.
Jüngsten Daten zu den Autoverkäufen zufolge gewinnt Tesla in den USA erneut an Boden.www.imago-images.de

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Von Christopher Otts
Elon Musk hatte einst vorausgesagt, dass das Auslaufen der US-Steuergutschrift für Elektrofahrzeuge für Tesla zunächst schmerzhaft, langfristig jedoch von Vorteil für den Autohersteller sein würde.
Er hatte Recht – zumindest im relativen Sinne.
Aktuelle Absatzzahlen zeigen, dass Tesla auf dem US-Markt für Elektrofahrzeuge wieder an Boden gewinnt, während sich die traditionellen Automobilhersteller aus dem Geschäft mit batteriebetriebenen Autos zurückziehen. Musks Unternehmen macht wieder mehr als die Hälfte des US-Elektrofahrzeugmarktes aus: Laut Motor Intelligence lag der Marktanteil im Jahr 2026 bis August bei 52 %, gegenüber 43 % im Vorjahr.
Das Unternehmen ist dem allgemeinen Abschwung auf dem Markt für Elektrofahrzeuge nicht entgangen. Die bisher 325'351 in den USA verkauften Tesla-Fahrzeuge entsprechen einem Rückgang von 16 % gegenüber dem Vorjahr. Der gesamte Markt für Elektrofahrzeuge ist jedoch stärker geschrumpft, nämlich um 30 %.
Einst machte Tesla mehr als 80 % der US-Elektroauto-Verkäufe aus, doch in den letzten Jahren verzeichnete der Marktanteil des Unternehmens einen mehrjährigen Rückgang, als traditionelle Autohersteller wie Hyundai, Ford und General Motors ihre eigenen Elektromodelle auf den Markt brachten. Teslas Marktanteil sank 2025 auf ein Rekordtief von 41 %, da Musks Vorstoss in die Politik und seine Bemühungen um einen Abbau der Bundesverwaltung unter der Trump-Regierung einige Käufer abschreckten und zu Protesten vor den Tesla-Filialen führten.

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Nun gewinnt das Unternehmen aus Austin, Texas, wieder an Boden, obwohl es sein Kerngeschäft im Automobilbereich zurückgestellt hat. Musk hat die Luxusmodelle S und X von Tesla ohne Nachfolger eingestellt, da er sich auf vollautonome Fahrzeuge und humanoide Roboter konzentriert.
Tesla reagierte nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.
Jon Ward, ein Marketingmanager aus Los Angeles, kaufte im April ein Model Y – sein drittes Tesla-Fahrzeug. Obwohl er von Rivian’s neuem SUV «R2» fasziniert war, zog Ward eine andere Marke nie ernsthaft in Betracht, vor allem wegen seiner Abhängigkeit von Teslas automatisierter Fahrerassistenzsoftware namens «Full Self-Driving (Supervised)», wie er sagte.
Durch den Eintausch seines Model 3 aus dem Jahr 2018 mussten er und seine Frau sich nun nicht mehr um FSD streiten, mit dem sie nur ihren 2023er Tesla ausgestattet hatten.
«Ich nutze es im Grunde ständig», sagte Ward. «Es ist fast so, als würde man sich fragen: Warum sollte ich mir die Mühe machen, selbst zu fahren? Das hier macht es so gut.»
Die Fahrerassistenzsoftware werde auf absehbare Zeit Teslas wichtigstes Verkaufsargument sein, sagte der unabhängige Berater John Murphy, ein ehemaliger Autoanalyst der Bank of America. Zwar hat Tesla seine beiden volumenstarken Modelle, das Model 3 und das Model Y, in den letzten Jahren überarbeitet, doch keines der beiden ist von Grund auf neu. Der Autohersteller hat wenig Interesse daran gezeigt, eine breitere Palette neuer Fahrzeuge aufzubauen.

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«Die als einzigartig wahrgenommene Funktion des FSD ist derzeit der wesentliche Schwerpunkt in ihrem Autogeschäft», sagte er. «Die Erneuerung von Produkten und die Betreibung eines traditionellen Einzelhandelsgeschäfts stehen derzeit überhaupt nicht zur Debatte.»
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Teslas neuestes Modell, das Cybercab, hat weder Lenkrad noch Pedale und ist noch nicht für Verbraucher erhältlich. Tesla plant ausserdem die Wiedereinführung seines Luxus-Sportwagens Roadster, hat jedoch noch nicht bekannt gegeben, wann dieses Fahrzeug für Kunden verfügbar sein wird.
Teslas Absatz in den USA erreichte 2023 mit 654'888 Fahrzeugen seinen Höchststand und wird laut Daten von Cox Automotive voraussichtlich das dritte Jahr in Folge zurückgehen.
Was die Erholung des Marktanteils von Tesla wirklich vorantreibt, so Analysten, ist die Tatsache, dass es deutlich weniger Alternativen gibt. Traditionelle Autohersteller, die ihre Verluste eindämmen wollen, haben sich massenhaft aus dem Elektrofahrzeugmarkt zurückgezogen.
Teslas Marktanteil bei Elektrofahrzeugen in den USA
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«Tesla schrumpft ebenfalls, aber einfach langsamer», sagte Stephanie Valdez Streaty von Cox Automotive.
Einige der beliebteren Alternativen – der Honda Prologue, der Volkswagen ID.4 und der Ford F-150 Lightning – wurden entweder bereits aus dem Programm genommen oder werden bald eingestellt. Andere, wie der Chevrolet Equinox und Blazer sowie der Ford Mustang Mach-E, sind zwar noch auf dem Markt, doch die Autohersteller haben ihre Produktion deutlich zurückgefahren.

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Günstigere Elektroautos, die einst als Herausforderer von Tesla galten und die breite Masse ansprechen könnten, tauchen in den Verkaufszahlen kaum noch auf.
GM hat Anfang dieses Jahres seinen beliebten Chevrolet Bolt wieder auf den Markt gebracht, jedoch beschlossen, die Produktion von zwei auf eine Schicht zu reduzieren, und wird das Fahrzeug 2027 auslaufen lassen, um Platz für Fahrzeuge mit Benzinantrieb zu schaffen. Nissan hat in diesem Jahr die dritte Generation seines Elektroautos Leaf vorgestellt, hat jedoch den Import der günstigsten Variante des Fahrzeugs aus Japan auf unbestimmte Zeit verschoben.
Da die Luxusmodelle wegfallen, verdankt Tesla seine Dominanz auf dem US-Markt fast ausschliesslich seinem bewährten SUV Model Y. Die Limousine Model 3 verzeichnet laut Motor Intelligence in diesem Jahr einen Rückgang von 34 %. Nachdem der anfängliche Hype abgeklungen war, hat sich Teslas Cybertruck als chronischer Ladenhüter erwiesen, von dem im Jahr 2026 nur 9'769 Stück verkauft wurden.
Das Model Y hat sich hingegen behauptet und verzeichnete nur einen Rückgang von 2 %. Jedes dritte in den USA in diesem Jahr verkaufte Elektroauto war ein Model Y. In diesem Sommer erweiterte Tesla die Attraktivität des Fahrzeugs durch die Einführung einer etwas längeren Variante, des Model Y L, mit sechs Sitzen.

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Auch wenn Tesla weiterhin Robotik, KI und Autonomie als Zukunft seines Geschäfts propagiert, dürfte sein Einfluss auf den US-Elektroautomarkt in den nächsten fünf Jahren kaum nachlassen, so Murphy. Die etablierten Autohersteller würden ohne wesentliche Fortschritte in der Batterietechnologie oder eine abrupte Kehrtwende bei den Bundesvorschriften wohl kaum wieder in den Elektroautomarkt zurückkehren, sagte er.
«Ohne eine Änderung des regulatorischen Rahmens ist es wirklich eine Tesla-Geschichte», sagte Murphy.
Übersetzt aus dem Englischen von der BILANZ Redaktion.
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