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SpaceX als Treiber

SpaceX muss seine grösseren Raketen zum Laufen bringen

Keiner der ehrgeizigen Pläne des Unternehmens ist ohne den Erfolg seiner Starship-Raketen realisierbar.

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Die „Starship“-Rakete von SpaceX in Texas.
Die „Starship“-Rakete von SpaceX in Texas. NurPhoto via Getty Images

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Von Asa Fitch
Die SpaceX-Aktie hat seit dem Börsengang des Unternehmens im Juni stark an Wert verloren. Doch Elon Musk muss noch vieles richtig machen, um die himmelhohe Bewertung des Unternehmens zu rechtfertigen.
So gut wie alle vielversprechenden Ziele von SpaceX hängen davon ab, grössere Nutzlasten zu geringeren Kosten als mit den heutigen Raketen zu transportieren. Und das bedeutet, dass sich das Unternehmen weitere Rückschläge bei «Starship», dem Nachfolger der bewährten «Falcon 9»-Raketen von SpaceX, kaum leisten kann.
Die «Falcon 9» befördert seit mehr als 15 Jahren Nutzlasten in den Weltraum, und zwar in immer schnellerem Tempo: Im vergangenen Jahr startete das Unternehmen 165 davon, also fast jeden zweiten Tag eine. Doch mit der Weiterentwicklung der Weltraumwirtschaft ist die Steigerung der Kapazität der Falcon 9 – die derzeit etwa 23 Tonnen in die erdnahe Umlaufbahn befördern kann – zu einer Priorität geworden.
Ein Grund dafür ist schlichtweg, dass eine grössere Nutzlast den Start grösserer Satelliten ermöglicht. Und die Grösse eines Satelliten steht oft in Zusammenhang mit seiner Leistungsfähigkeit.
Ebenso wichtig ist, dass eine grössere Kapazität und Wiederverwendbarkeit zu niedrigeren Startkosten pro Gewichtseinheit führen. Das macht es wirtschaftlich, viel mehr Aufgaben im Weltraum zu erledigen, und vergrössert den ohnehin schon grossen Wettbewerbsvorsprung von SpaceX.

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Musk deutete bei einem Telefonat mit Analysten am Dienstag an, dass alles reibungslos verlaufe. Der nächste Flug von «Starship» sei für Ende dieses Monats vorgesehen, sagte er. Er schien sogar zu behaupten, dass es in einem Jahr einen «Starship»-Start pro Tag geben könnte.
Der Erfolg von Starship ist jedoch schwer einzuschätzen. SpaceX hat im Laufe der Jahre nur wenige vollständige Fehlschläge und Hunderte erfolgreicher Starts mit der Falcon 9 verzeichnet, doch die Testphase von Starship hatte einen etwas holprigen Start. Fünf der 13 Starts der Rakete sind fehlgeschlagen oder wiesen erhebliche Flugprobleme auf – damit wurde die Gesamtzahl der Fehlstarts der Falcon 9 übertroffen.
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Starship verfügt über eine Nutzlastkapazität von 100 Tonnen. Diese Grösse – etwa das Vierfache einer Standard-Falcon-9-Rakete – ist für SpaceX unerlässlich, um grössere Starlink-Satelliten der nächsten Generation in die erdnahe Umlaufbahn zu befördern und so die Geschwindigkeit und Reichweite eines Satelliten-Internetdienstes zu erhöhen, der den Grossteil des Umsatzes des Unternehmens ausmacht. SpaceX meldete am Dienstag für Starlink einen Umsatz von 4,29 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal, was einem Anstieg von etwa 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

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«Starship» ist zudem entscheidend, wenn SpaceX sein Ziel erreichen will, in den nächsten Jahren eine Million Satelliten für KI-Rechenaufgaben ins All zu bringen. Das Unternehmen stellt sich eine Welt vor, in der KI-Modelle grösstenteils aus dem Weltraum bedient werden, wobei Laser und andere Satellitenkommunikationstechnologien Daten übertragen, was zu nahezu sofortigen Antworten auf Anfragen führt.
Damit dies gelingen kann, ist eine Kostensenkung von entscheidender Bedeutung, da Rechenausrüstung sehr viel wiegt. Analysten von MoffettNathanson schätzten in einer aktuellen Mitteilung, dass etwa 143 Starts der derzeit im Test befindlichen Starship-Rakete erforderlich wären, um ein Gigawatt Rechenleistung ins All zu bringen – was in etwa der Leistung eines einzigen grossen terrestrischen KI-Rechenzentrums entspricht.
SpaceX setzt auch hier auf Starship. Um die Kosten niedrig zu halten, ist das Raumfahrzeug so konzipiert, dass es vollständig wiederverwendbar ist: Im Gegensatz zur Falcon 9, die über einen wiederverwendbaren Booster verfügt, ist bei Starship vorgesehen, dass sowohl der Booster als auch die zweite Stufe wiederverwendbar sind und beide sogar auf ihrer Startrampe landen, um die Wiederverwendung zu erleichtern. Analysten von Evercore ISI schätzten kürzlich, dass der Transport von Nutzlasten mit der Falcon 9 in die Umlaufbahn 2.700 US-Dollar pro Kilogramm kostet, während Starship diese Kosten auf 185 US-Dollar pro Kilogramm senken dürfte.

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Kosten für den Transport von einem Kilogramm in den Orbit
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All dies macht den Erfolg von Starship entscheidend für die Bewertung von SpaceX. Selbst mit einem Kursrückgang von 22 Prozent seit Handelsschluss am ersten Handelstag wird SpaceX laut FactSet immer noch mit dem rund 28-fachen des zukünftigen Umsatzes bewertet – weit über dem Wert aller grossen Technologieunternehmen und ein Vielfaches des Nasdaq-Composite-Durchschnitts von etwa dem 4,5-fachen.
SpaceX scheint bei Starship tatsächlich Fortschritte zu machen. In diesem Jahr gab es bisher zwei erfolgreiche Starts ins All, auch wenn es nicht gelang, die Booster wiederzugewinnen und wiederzuverwenden. Für dieses Jahr sind mehrere weitere Starts geplant.
Musk erklärte am Dienstag gegenüber Analysten, dass «Starship» zu einer dramatischen Steigerung gegenüber den 2'500 Tonnen führen werde, die Falcon-Raketen jährlich in die Umlaufbahn befördern. «Mit ‚Starship‘ streben wir an – und ich glaube, wir werden diese Ziele erreichen –, weit über eine Million Tonnen pro Jahr und letztendlich wahrscheinlich 10 Millionen Tonnen pro Jahr zu befördern», sagte er.
Sollte Musk Recht behalten und ein Weltraumboom einsetzen, könnte sich SpaceX in der Anfangsphase eines beispiellosen Wachstumsschubs befinden. Doch damit seine Vision Wirklichkeit wird, muss auch Starship funktionieren.

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Schreiben Sie asa.fitch@wsj.com
Übersetzt aus dem Englischen von der BILANZ Redaktion.
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