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Nach Warnungen der Tech-Chefs

Donald Trump kündigt eine «KI-Streitmacht» an

Der Präsident fordert ein Engagement der Bundesregierung in dieser Branche, da der Widerstand gegen KI unter den Wählern zunimmt.

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Präsident Trump hat sich kritisch zu Vorschlägen für strengere Vorschriften im Bereich der künstlichen Intelligenz geäußert.
Präsident Trump hat sich kritisch zu Vorschlägen für strengere Vorschriften im Bereich der künstlichen Intelligenz geäußert.Getty Images North America

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Von Brian Schwartz und Amrith Ramkumar
Präsident Trump erklärte am Samstag, er werde eine neue Einheit mit Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz ins Leben rufen, nachdem führende Persönlichkeiten der Branche öffentlich Alarm wegen dieser sich rasch entwickelnden Technologie geschlagen hatten.
«Ich gründe die ‚AI Force‘, ähnlich wie ich in meiner ersten Amtszeit die ‚Space Force‘ gegründet habe, die ein enormer ERFOLG war», sagte Trump auf Truth Social. Er fügte hinzu, dass er zudem einen KI-«Zaren» rekrutieren werde. Der Präsident hatte den Investor David Sacks zu seinem KI- und Krypto-Zaren ernannt, bevor der Geschäftsmann von diesem Amt zurücktrat, um Co-Vorsitzender des Beratergremiums für Wissenschaft und Technologie des Präsidenten zu werden – eine Rolle, in der er nach wie vor einer von Trumps wichtigsten Beratern in Fragen der KI-Politik ist.
Am Samstag deutete der Präsident zum ersten Mal an, dass es eine neue Einrichtung der Bundesregierung geben könnte, die sich ausschliesslich der KI widmet, doch ist unklar, welche Rolle diese spielen würde. Mehrere andere Regierungsstellen befassen sich mit Technologiepolitik, darunter das Büro für Wissenschafts- und Technologiepolitik des Weissen Hauses, das Handelsministerium und das Verteidigungsministerium.

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Trump steht Vorschlägen für strengere KI-Vorschriften kritisch gegenüber und verteidigt die Branche gegen Angriffe. Er argumentiert, dass begrenzte Schutzmassnahmen notwendig seien, um China einen Schritt voraus zu bleiben und die Wirtschaft anzukurbeln. «Wir werden das Wachstum dieser unglaublichen Branche in keiner Weise behindern oder ersticken. Vielmehr werden wir sie schätzen, ihr helfen und über sie wachen, während sie wächst!», schrieb Trump in seinem Beitrag.
Michael Kratsios, der Direktor des Amtes für Wissenschafts- und Technologiepolitik, erklärte am Sonntag in der Sendung «Fox News Sunday», dass die KI-Einheit die mit diesem Thema befassten Behörden koordinieren werde. Er spielte Bedenken hinsichtlich der Zukunft der Technologie herunter und tat Forderungen nach einer Eindämmung der KI als «Hysterie» und «Panikmache» ab.
«Unsere Position lautet: Wenn man glaubt, eine Technologie zu entwickeln, die unsicher ist, oder wenn man nicht möchte, dass sie in die Welt hinauskommt, kann man das Projekt einfach stoppen. Man braucht niemanden, der einen dazu zwingt», sagte Kratsios und fügte hinzu, dass das Thema KI auf der Tagesordnung stehen werde, wenn Trump sich diese Woche bei einem Gipfeltreffen in Washington, D.C., mit seinem chinesischen Amtskollegen, Präsident Xi Jinping, trifft.

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Führungskräfte der Tech-Branche sagten, es sei unklar, wie die neue Einrichtung funktionieren werde oder wer für die Rolle des «Zaren» ausgewählt werde. Trump sei hin- und hergerissen zwischen einer Gruppe von Beratern, die sich Sorgen über die fortschreitenden Fähigkeiten von KI-Modellen und die damit verbundenen Cyberrisiken machen, und einer zweiten Gruppe unter der Führung von Sacks, die sich für eine minimale Regulierung ausspricht.
Infolgedessen hat der Präsident seine Haltung zu verschiedenen KI-Massnahmen häufig geändert, was die Schritte der Regierung schwer vorhersehbar macht.
«Niemand weiss, was das bedeutet», sagte Adam Kovacevich, Leiter der Mitte-Links-Branchenvereinigung «Chamber of Progress». «Er braucht einen «Zaren», denn die letzten sechs Monate der KI-Politik im Weissen Haus ohne einen KI-Zaren waren ein Chaos.»
Der zusammenhanglose Beitrag zeige, dass Trump das Gefühl habe, in Sachen KI handeln zu müssen, aber nicht sicher sei, was er tun solle, fügte Kovacevich hinzu. «Er verfolgt die Umfragen wie alle anderen auch.»
Es wird erwartet, dass Trump sich in den kommenden Tagen mit CEOs aus der Tech-Branche trifft, um die KI-Politik zu besprechen.
Trump bezeichnete kürzlich Bemühungen zur Regulierung von KI und Befürchtungen hinsichtlich ausser Kontrolle geratener Modelle als «Schwindel» – eine Haltung, die im Gegensatz zu der steht, die viele Wähler im Vorfeld der Zwischenwahlen im November zu diesem Thema vertreten. Eine im März durchgeführte Gallup-Umfrage ergab, dass fast die Hälfte der Befragten den Bau lokaler KI-Rechenzentren «nachdrücklich ablehnt» – Rechenzentren, die für den Betrieb von Modellen benötigt werden, die täglich von Millionen von Menschen genutzt werden.

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Trumps Besorgnis über die Meinung der Wähler zum Thema KI spiegelte sich in seinem Beitrag wider. Er lud seine Follower ein, an einer von ihm erstellten Umfrage darüber teilzunehmen, wie künstliche Intelligenz betitelt werden sollte. «Eine weitaus elegantere und treffendere Beschreibung dieses neuen Phänomens wäre ‚Superior Intelligence‘ (SI) oder ‚Extreme Intelligence‘ (EI) oder ‚Supreme Intelligence‘ (SI). Dies ist eine Umfrage, und ich würde mich freuen, wenn alle abstimmen würden!», schrieb Trump.
In einem Social-Media-Beitrag am Sonntag präzisierte er seine Umfrage. «‚Supreme Intelligence‘ – wahrscheinlich wegen der Assoziation mit dem Obersten Gerichtshof – liegt deutlich hinter ‚Superior Intelligence‘ und ‚Extreme Intelligence‘ zurück», sagte Trump.
«Deshalb werden wir ‚Supreme Intelligence‘ herausnehmen, sie als Option streichen, und euch über die beiden Finalisten abstimmen lassen: Superior Intelligence oder Extreme Intelligence. Eine neue Abstimmung beginnt jetzt!»
Das Weisse Haus reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme. Es ist unklar, in welcher Höhe Bundesmittel bereitgestellt werden oder wer die neue Initiative leiten könnte. Die während Trumps erster Amtszeit gegründete Space Force führt die Weltraumoperationen des Militärs durch. Das Pentagon verfügt bereits über ein «Chief Digital and Artificial Intelligence Office», das sich auf KI konzentriert, und viele Behörden haben bereits damit begonnen, die Technologie in ihre Abläufe zu integrieren.

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Dario Amodei, Geschäftsführer von Anthropic, gehört zu den prominentesten Stimmen in der Führungsriege der KI-Branche, die eine Verlangsamung der Entwicklung fordern. In einem kürzlich veröffentlichten Beitrag auf seinem persönlichen Blog forderte Amodei die KI-Branche auf, die Entwicklung hochmoderner Tools zu drosseln, und schlug neue Massnahmen vor, darunter eine stärkere globale Koordination zwischen demokratischen Ländern und die Einführung unabhängiger Sicherheitsgutachter.
Technology Leaders Speak At Annual Dreamforce Event In San Francisco
Dario Amodei, Geschäftsführer von Anthropic Getty Images North America
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Dario Amodei, Geschäftsführer von Anthropic Getty Images North America
«Ich glaube, wenn uns eine Verlangsamung auch nur ein oder zwei zusätzliche Jahre verschaffen würde, bevor die Modelle ein kritisches Leistungsniveau erreichen, und wir diese Zeit nutzen würden, um die Abstimmung voranzutreiben, könnten wir das Risiko, dass etwas ernsthaft schiefgeht, erheblich verringern», schrieb er.
Ein Forscher bei Anthropic, Jacob Coxon, erklärte kürzlich, er werde die KI-Branche verlassen, da er befürchte, dass das Unternehmen und seine Konkurrenten in einem Wettlauf um die Entwicklung von Systemen stünden, die sie bald nicht mehr kontrollieren könnten.
In einer Rede an der Colgate University am Freitagabend unterstützte der ehemalige Präsident Barack Obama jene Unternehmen, die eine Eindämmung der KI-Entwicklung gefordert haben, und sprach sich für eine stärkere staatliche Aufsicht über die Branche aus. «Meine Ansicht in dieser Woche war, dass es gut ist, dass einige der führenden Unternehmen gesagt haben, wir müssten das Tempo drosseln, und wir sollten das fördern», sagte er.

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«Es gab einige auf der linken Seite, die gesagt haben, wir sollten ihnen diese Entscheidung nicht überlassen. Ich stimme zu, dass das keine langfristige Lösung sein kann. Die Regierung muss dies regulieren.»
Anthropic und die Trump-Regierung liegen seit Monaten im Clinch. Anthropic verklagte die Regierung, nachdem das Pentagon das Unternehmen als Risiko für die Lieferkette eingestuft hatte, und argumentierte, das Verteidigungsministerium habe wegen der Haltung des Unternehmens zur Sicherheit künstlicher Intelligenz unrechtmässig Vergeltungsmassnahmen gegen das Unternehmen ergriffen. Ein Bundesrichter entschied kürzlich zugunsten von Anthropic und befand, dass die Massnahmen der Regierung rechtswidrig waren.
Auch andere Technologieunternehmen haben zur Vorsicht gemahnt. Microsoft veröffentlichte einen vorläufigen Verhaltenskodex, den es beim Training neuer KI-Modelle anwenden will. OpenAI-CEO Sam Altman warnte zudem, dass das schwindelerregende Tempo des Fortschritts «sehr schlimm» ausgehen könnte und dass Menschen die «Kontrolle über die Zukunft an die KI» verlieren könnten.
«Wir begrüssen einen bundesweiten Rechtsrahmen, der einheitliche Sicherheitsanforderungen für bahnbrechende KI festlegt», sagte Altman in einem Beitrag auf X. «Kein noch so grosser Wettbewerbsdruck seitens der USA sollte Leichtsinn rechtfertigen.»

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Übersetzt aus dem Englischen von der BILANZ Redaktion.
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