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SpaceX als Treiber

Kapitalbeschaffung an den Aktienmärkten boomt wie seit 2021 nicht mehr

Tech-Unternehmen haben bisher nur zweimal in den ersten sechs Monaten eines Jahres mehr als 100 Milliarden Dollar eingeworben – im Jahr 2000 und im Jahr 2021.

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Elon Musks Unternehmen SpaceX hat bei seinem beispiellosen Börsengang am 12. Juni 86,25 Milliarden Dollar eingenommen.
Elon Musks Unternehmen SpaceX hat bei seinem beispiellosen Börsengang am 12. Juni 86,25 Milliarden Dollar eingenommen. Getty Images

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Von Joe Stonor
Die weltweiten Kapitalbeschaffungen im Aktienbereich beliefen sich im ersten Halbjahr 2026 auf über 729,4 Milliarden US-Dollar – angetrieben durch den rekordverdächtigen Börsengang von SpaceX – und markierten damit laut Daten von Mergermarket den zweitbesten Jahresauftakt seit Beginn der Aufzeichnungen.
Elon Musks SpaceX nahm bei seinem beispiellosen Börsengang am 12. Juni 86,25 Milliarden US-Dollar ein. Zählt man SpaceX als Technologieunternehmen hinzu, entfielen rund 302 Milliarden US-Dollar der weltweiten Emissionen auf Tech-Transaktionen – ein Allzeitrekord für den Sektor in den ersten sechs Monaten eines Jahres.
Bislang haben Technologieunternehmen nur zweimal in den ersten sechs Monaten eines Jahres mehr als 100 Milliarden US-Dollar eingeworben – im Jahr 2000 und im Jahr 2021.
Keiner dieser Zeiträume war jedoch ein gutes Vorzeichen für die kurzfristige Entwicklung der Aktienmärkte. Der Höhepunkt der Dotcom-Blase wurde im März 2000 erreicht, während der Börsengang-Boom von 2021 einem Nasdaq-Crash in der ersten Hälfte des Jahres 2022 vorausging.
In diesem Jahr wirft die Belastung der Kapitalmärkte durch die Flut von Tech-Börsengängen Fragen hinsichtlich der Fähigkeit der Anleger auf, weitere Kapitalbeschaffungen zu verkraften, die in den kommenden Monaten erwartet werden. Nur die Euphorie nach der Pandemie Anfang 2021 übertraf den Jahresbeginn dieses Jahres bei der Kapitalbeschaffung an den Aktienmärkten.

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OpenAI erwägt laut einem Bericht der «New York Times», seinen geplanten Börsengang auf 2027 zu verschieben. Anthropic reichte Anfang Juni vertrauliche Unterlagen für einen Börsengang ein, der bereits im Herbst stattfinden könnte, während der Hyperscaler Meta laut einem Bericht der «Financial Times» ebenfalls einen Börsengang in der zweiten Jahreshälfte in Erwägung zieht, um seine Ambitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz zu finanzieren.
Anthropic lehnte eine Stellungnahme ab. OpenAI reagierte nicht auf eine Anfrage zu seinen Börsengangplänen, während Meta nicht auf eine Anfrage nach Einzelheiten zu seinen Kapitalbeschaffungsplänen antwortete.
Darüber hinaus könnten SpaceX-Aktionäre, die ihre Anteile aufgrund von Sperrfristen bisher nicht verkaufen durften, noch in diesem Jahr versuchen, Gewinne aus ihren Aktien mitzunehmen, was das Angebot auf einem ohnehin schon gesättigten Markt weiter erhöhen würde.
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Bereits börsennotierte Unternehmen haben im Rahmen von Folgeemissionen über 370 Milliarden US-Dollar an Eigenkapital aufgenommen – ein Anstieg von 37 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen: Die Google-Muttergesellschaft Alphabet kündigte an, im Laufe des Jahres insgesamt 85 Milliarden US-Dollar durch verschiedene aktienbezogene Massnahmen aufzubringen, um mit den anderen Hyperscalern Schritt zu halten.

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«Derzeit gibt es einfach diesen Ansturm auf Börsengänge seitens der KI-Hyperscaler. Auf dem Markt herrscht das Gefühl, dass dies ein sehr guter Zeitpunkt für einen Börsengang ist und dass es vielleicht nie wieder einen besseren geben wird», sagte Samuel Kerr, Leiter des Bereichs Global Equity Capital Markets bei Mergermarket, in einem Interview.
«Die Leute sind sehr, sehr optimistisch, aber es ist ein Optimismus, der mit dem Gefühl einhergeht, dass dies irgendwann aufhören könnte», sagte er.
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran konnte die Begeisterung für neues Eigenkapital nicht dämpfen, da der Hunger der Hyperscaler nach investierbarem Kapital viele dazu veranlasste, die öffentlichen Märkte anzuzapfen. Das Emissionsvolumen im ersten Halbjahr stellte die im gleichen Zeitraum des Vorjahres aufgenommenen 421 Milliarden Dollar in den Schatten.
Jahrelang entschieden sich Unternehmen zunehmend dafür, privat zu bleiben, doch der durch KI getriebene Anstieg des Interesses an Börsengängen in diesem Jahr deutet darauf hin, dass sich das Blatt bei der sogenannten «De-Equitization» wendet, so Kerr.
«Was man an den öffentlichen Märkten allein schon hinsichtlich der schieren Grösse erreichen kann, ist sensationell», sagte er.

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Die USA waren in der ersten Jahreshälfte weltweit führend bei Börsengängen: An der Nasdaq und der New York Stock Exchange wurden Börsengänge im Wert von rund 152 Milliarden US-Dollar verzeichnet – mehr als 75 % der weltweit durch neue Börsengänge eingeworbenen Mittel.
In Europa sah das Bild düsterer aus: Laut Mergermarket wurden dort bei 83 Börsengängen insgesamt nur 13,3 Milliarden US-Dollar eingeworben. Ein Lichtblick war die CSG Group – der Börsengang des tschechischen Rüstungskonzerns im Januar mit einem Volumen von 4,47 Milliarden US-Dollar war der drittgrösste weltweit in diesem Jahr.
Übersetzt aus dem Englischen von der BILANZ Redaktion.
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