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Konsumenten mit verändertem Geschmackssinn

Nestlé peppt wegen Fett-weg-Boom Lebensmittel auf

Abnehm-Pillen und -Spritzen sind beliebt. Doch damit verliert man nicht nur Gewicht, sondern sie verändern auch den Geschmacksinn. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé reagiert nun.

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Eine Studie aus dem vergangenen Jahr ergab, dass der Grundwert durch GLP-1-Medikamente gesenkt wurde. Audra Melton für das WSJ WSJ

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Von Aimee Look
Nestlé möchte einige seiner Produkte geschmacklich «aufpeppen». Damit will der Konzern den stumpferen Geschmacksknospen entgegenwirken, die mit der Einnahme von GLP-1-Abnehmmedikamenten einhergehen können.
Da immer mehr Menschen auf diese GLP-1-Präparate zur Gewichtsreduktion setzen, stehen Lebensmittelunternehmen sowohl vor einer grossen Chance als auch vor einer drohenden Gefahr. Das gilt insbesondere für die Snack-Sparte, die schon lange auf hochkalorische Geschmackserlebnisse setzt. Abgepackte Lebensmittel verlieren zunehmend an Beliebtheit, da sich Verbraucher für kleinere Portionen und weniger Snacks zwischen den Mahlzeiten entscheiden.
Angesichts dieser veränderten Essgewohnheiten hat Nestlé bereits Produkte an Verbrauchern getestet, um zu verstehen, wie genau sich der Geschmack verändert, so Marketingchef David Rennie in einem Interview.

Entwicklung neuer Geschmackskombinationen

«Menschen, die GLP-1-Präparate einnehmen, wollen nicht mehr so viel essen, und auch ihr Geschmackprofil verändert sich», erklärte Rennie. «GLP-1 stumpft das Geschmacksempfinden gewissermassen ab.»
Die Wahrnehmung der fünf Grundgeschmacksrichtungen wurde durch GLP-1-Medikamente gedämpft, wie eine in einer Ausgabe der Fachzeitschrift Physiology & Behavior aus dem Jahr 2025 veröffentlichte Studie ergab.

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Die Labors von Nestlé werden bei der Entwicklung neuer Geschmackskombinationen direkt mit Menschen zusammenarbeiten, die GLP-1-Präparate einnehmen, um den richtigen Geschmack zu treffen, so Rennie. Dazu könnte das Hinzufügen von Gewürzen oder mehr Pfeffer gehören. Das Unternehmen hat zwar unter dem Namen Vital Pursuit eine Reihe von Tiefkühlgerichten im Sortiment, die speziell für Menschen entwickelt wurden, die Abnehmmedikamente einnehmen – allerdings spricht eine Kennzeichnung als «GLP-1-freundlich» nicht jeden an.
Nestlé passe viele seiner Produkte an, um für Nutzer von Abnehmmedikamenten attraktiv zu sein, verändere oder richte die Verpackung dabei aber nicht immer gezielt darauf aus, sagte Rennie.

Zielpublikum dezent ansprechen

Unter den GLP-1-Nutzern gebe es unterschiedliche Verbrauchertypen, und Unternehmen müssten hier sensibel vorgehen. Nicht jeder, der Abnehmmedikamente einnimmt, möchte ständig an die Medikation erinnert werden. Aus Markensicht hätten sie sowohl medizinisch als auch emotional ganz unterschiedliche Bedürfnisse, so Rennie.
Um GLP-1-Nutzer dezenter anzusprechen, druckt Nestlé übersichtliche Nährwertkennzeichnungen auf die Packungen und passt einige Portionsgrössen an. Dies betrifft auch den Snack-Bereich, in dem die Verbraucher laut Rennie zwar Wert auf gute Qualität legen, aber kleinere Genussportionen bevorzugen.

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Zudem führt Nestlé neue Produktvarianten ein, die auf Proteine und Ballaststoffe setzen, wie etwa das kakaohaltige Malzgetränk Milo in einer High-Protein-Version, fügte er hinzu.
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Die Köche von Nestlé werden bei der Entwicklung neuer Geschmackskombinationen mit Menschen zusammenarbeiten, die GLP-1-Medikamente einnehmen, um den richtigen Geschmack zu finden, so Rennie. Dazu könne beispielsweise das Hinzufügen von Gewürzen oder mehr Pfeffer gehören, sagte er. Das Unternehmen bietet eine Reihe von Tiefkühlgerichten namens «Vital Pursuit»speziell für Menschen an, die Medikamente zur Gewichtsreduktion einnehmen, doch nicht jeder fühlt sich von der Kennzeichnung «GLP-1-freundlich»angesprochen.
Nestlé passe viele seiner Produkte an, um Nutzer von Medikamenten zur Gewichtsreduktion anzusprechen, ändere oder richte die Verpackung jedoch nicht immer gezielt darauf aus, so Rennie.
Unter den Anwendern von GLP-1-Präparaten gibt es unterschiedliche Verbrauchermerkmale, und Unternehmen müssen sensibel vorgehen – nicht jeder, der Medikamente zur Gewichtsreduktion einnimmt, möchte daran erinnert werden, dass er das Medikament einnimmt, sagte er. Aus Sicht der Marke haben sie unterschiedliche medizinische und emotionale Bedürfnisse, so Rennie.

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Um GLP-1-Anwender auf subtilere Weise anzusprechen, druckt Nestlé übersichtliche Nährwertangaben auf die Verpackungen und passt einige seiner Portionsgrössen an. Dies gilt auch für die Snack-Kategorie, in der die Verbraucher laut Rennie an guter Qualität, aber kleineren Portionsgrössen interessiert sind.
Nestlé hat zudem neue Formate eingeführt, die auf Eiweiss und Ballaststoffe ausgerichtet sind, wie beispielsweise das Schokoladen-Malz-Getränk «Milo»in einer proteinreichen Variante, sagte er.
Schreiben Sie aimee.look@wsj.com
Übersetzt aus dem Englischen von der BILANZ Redaktion.
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