Über 85’000 Stellen in vier Monaten weg

KI sorgt bei Tech-Firmen 2026 für Rekordabbau

Während in den USA die Zahl der Entlassungen in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 insgesamt zurückging, trug die KI dazu bei, dass bei Technologieunternehmen mehr als 85.000 Stellen abgebaut wurden

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Entlassungsereignisse im Jahr 2026 aus - Hinweis: In einigen Fällen gibt die Zahl der Entlassungen einen Wert innerhalb einer geschätzten Spanne wieder. Oracle hat den Umfang der Entlassungen nicht bestätigt; die Angaben basieren auf einer Schätzung von Analysten.Quelle: Unternehmensschätzungen WSJ

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Von WSJ-Redaktion
Es gibt grosse Bedenken darüber, wie sich künstliche Intelligenz auf die Arbeitswelt auswirkt, da jeder neue Monat eine Welle von Stellenstreichungsankündigungen grosser Arbeitgeber wie Nike, Morgan Stanley und Amazon.com mit sich bringt.
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Laut der Outplacement-Agentur Challenger, Gray & Christmas beliefen sich die Entlassungen in den ersten vier Monaten des Jahres auf insgesamt 300'749 – ein Rückgang um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als massive Stellenstreichungen im öffentlichen Dienst den Beginn von Präsident Trumps zweiter Amtszeit prägten. Im privaten Sektor lagen die Entlassungen um 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Nun stellt KI die Arbeitswelt auf reale Weise auf den Kopf. Der Technologiesektor ist am stärksten betroffen: Unternehmen haben in diesem Jahr bisher mehr als 85'000 Mitarbeiter entlassen, was laut Challenger-Daten einem Anstieg von 33 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2025 entspricht. Die Entlassungen reissen nicht ab: Im Mai gab es neue Ankündigungen über den Abbau von Tausenden weiteren Arbeitsplätzen bei PayPal und die Streichung von „reinen Führungskräften“ bei Coinbase.

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So sieht die Entwicklung der Stellenstreichungen in diesem Jahr aus.

4. Mai: Coinbase gab bekannt, dass im Rahmen einer Umstrukturierung 700 Mitarbeiter – das entspricht 14 Prozent der Belegschaft – entlassen werden, um Kosten zu senken und mithilfe von KI die Abläufe der Kryptowährungsbörse zu beschleunigen. -> 14 Prozent der Belegschaft
4. Mai: gab PayPal bekannt, dass es innerhalb von zwei bis drei Jahren 20 Prozent seiner Belegschaft abbauen werde, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person mitteilte. Insgesamt würden 4'760 Stellen wegfallen. -> 20 % der Belegschaft innerhalb von zwei bis drei Jahren
30. April gab Estee Lauder bekannt, dass das Unternehmen seine Pläne zum Stellenabbau nach oben korrigiert habe und die Zahl der zu streichenden Stellen von zuvor geschätzten bis zu 7'000 auf 9'000 bis 10'000 erhöht habe. Die zusätzlichen Stellenstreichungen betreffen vor allem Positionen im Bereich der Produktvorführung in Kaufhäusern, da die Marke zunehmend auf wachstumsstarke Online-Vertriebskanäle im Beauty-Bereich setzt, darunter Amazon.com und TikTok Shop. -> Bis zu 10.000 Mitarbeiter
22. April kündigte Nike die zweite Entlassungswelle des Jahres an; diesmal sind 1'400 Mitarbeiter betroffen, vor allem im Technologiebereich. Dies kommt zu den 775 Mitarbeitern hinzu, die bereits zu Beginn des Jahres vor allem im Vertrieb entlassen wurden. -> 1'400 Mitarbeiter

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22. April: Meta Platforms, der Technologiegigant hinter Facebook, Instagram und WhatsApp, kündigte an, 10 % seiner Belegschaft – das sind etwa 8'000 Mitarbeiter – zu entlassen, um größere Investitionen in künstliche Intelligenz zu finanzieren. -> 8'000 Mitarbeiter
30. März: Oracle hat den Umfang der Stellenstreichungen noch nicht bestätigt, doch Analysten der Investmentbank TD Cowen schätzen die Zahl auf rund 30'000, da das Cloud-Computing- und Datenbankunternehmen massiv in die Finanzierung seiner KI-Infrastrukturprojekte investiert. -> Insgesamt voraussichtlich 30'000 Mitarbeiter
10. Februar: Heineken gab bekannt, dass das Unternehmen bis zu 6'000 Stellen abbaut, da es mit einem schwachen Biermarkt zu kämpfen hat und einige Brauereien außerhalb Europas schließt. -> Bis zu 6'000 der weltweiten Belegschaft
27. Januar gab Amazon.com bekannt, dass zusätzlich zu den 14.000 Entlassungen von Angestellten im Oktober 2025 weitere 16.000 Mitarbeiter in der Unternehmenszentrale entlassen werden sollen. Die 30.000 wegfallenden Stellen entsprechen 10 % der Belegschaft in der Unternehmenszentrale von Amazon. -> Weitere 16.000 Mitarbeiter in der Unternehmenszentrale
Übersetzt aus dem Englischen von der BILANZ Redaktion.

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