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Phänomen «Gläserne Klippe»

Frauen an die Spitze? Ja, bitte – aber nur in der Krise

Unternehmen setzen Frauen ein, um in schwierigen Zeiten zu glänzen. Doch wenn sie scheitern, wird die Schuld oft auf sie alleine geschoben.

Lena Madonna

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Weleda ging es Ende 2022 nicht gut: Tina Müller übernimmt das Ruder beim Naturkosmetik-Unternehmen – ein Musterbeispiel für die «gläserne Klippe». Schafft sie den Turnaround? IMAGO/Oliver Langel

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Am 11. November 2003 schrieb die britische Tageszeitung «The Times» einen Artikel mit dem Titel «Frauen an Bord: Hilfe oder Hindernis?». Die Zeitung nahm hundert Unternehmen unter die Lupe und beobachtete, dass auf die Anstellung einer weiblichen Führungskraft fünf Monate mit schlechter Leistung folgten. Die Schlussfolgerung: Frauen sind weniger geeignet als Männer, Unternehmen zu führen.
Dieses Urteil machte die zwei englischen Forschenden Alex Haslam und Michelle Ryan stutzig. Sie begannen, zu recherchieren, und untersuchten die hundert im Artikel erwähnten Unternehmen genauer. Dabei spielte die Performance der Monate vor Stellenantritt der weiblichen CEOs eine grosse Rolle.

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