Da sage noch einer, Trump habe kein Herz für die Schweiz. Nach den heftigen Turbulenzen ist es ruhig geworden ums WEF, die Duellanten Schwab und Brabeck sind abgetreten, die Mitarbeiter ermattet. Doch noch ist unklar, ob der von allen Vorwürfen freigesprochene Schwab einen ehrenwerten Abschied beim Grossanlass im Januar erhält, und die Skepsis der Sponsoren köchelt. Da ist die halboffizielle Bestätigung, dass Trump kommt, ein Energiestoss. Die grossen WEF-Geldgeber stammen seit vielen Jahren aus den USA, jetzt ist ihre Präsenz garantiert. Und es ist auch offensichtlich, wer beim ersten Nach-Schwab-Davos der wahre Chef sein wird: Blackrock-Grande Larry Fink, seit dem Abtritt Brabecks im August WEF-Co-Präsident – für seinen Kompagnon André Hoffmann, bleibt da maximal die Nebenrolle, zumal der Roche-Erbe Trump auch noch als «korrupten alten Mann» bezeichnete. Der Chef des weltgrössten Vermögensverwalters steht wie kein zweiter für die dramatische Kehrtwende der amerikanischen Business-Welt. Vor fünf Jahren forderte Fink Klimaneutralität bei jedem Investment und gerierte sich mit seinen harschen ESG-Forderungen als Zuchtmeister der globalen Firmenwelt. Alles einkassiert: Klimakrise war gestern, heute ist er eng mit Trump, die Milliardäre telefonieren regelmässig. Money follows power. Ob Trumps Schweiz-Reise die Chancen für einen Zoll-Deal erhöht? Wir wissen es nicht. Vielleicht gönnt er sich den Triumph mit Parmelin, dann Bundespräsident, statt mit der Frau, die nicht zuhören wollte. Es bleibt vor allem eine Gefahr: Dass der Präsident seinem Larry den Auftrag gibt, das längst von US-Grosskonzernen abhängige WEF doch gleich nach Mar-a-Lago zu zügeln. Wäre da der Widerstand mehr als homöopathisch? Wetten nehmen wir nicht an.