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Tidjane Thiam, CEO Credit Suisse.
Quelle: Daniel Winkler / 13 Photo

Tidjane Thiam

CEO Credit Suisse

Es war erneut ein schwieriges Jahr für Tidjane Thiam (56) und die von ihm neu gestaltete CS. Über 50 Prozent hat der Kurs der Bank seit dem Antritt des gebürtigen Ivorers im Sommer 2015 eingebüsst, allein in diesem Jahr beträgt das Minus rund ein Drittel. Gegen Jahresende setzte Thiam alles daran, nochmals Gegensteuer zu geben, und präsentierte am Investor Day neue Massnahmen. Ob das vorgeschlagene Aktienrückkaufprogramm und die in Aussicht gestellte Erhöhung der ordentlichen Dividende genügen, um die Investoren auch nachhaltig mit der Bank zu versöhnen, wird sich zeigen. Fortschritte hat Thiam vor allem auf Seiten der Kosten zu verzeichnen, die netto um rund vier Milliarden Franken zurückgegangen sind. Doch dieser Erfolg verdeckt nicht, dass andererseits auf der Ertragsseite wenig Fantasie herrscht. Trotz strengster Sparmassnahmen ist das Kosten-Ertrags-Verhältnis weiter unbefriedigend. Wirklich überzeugende Pläne, wie zukünftig wieder deutlich mehr Geld in die Kassen fliessen könnte, hat Thiam keine bereit – für viele Branchenbeobachter der Hauptgrund für die Skepsis der Anleger.

Die CS selber sieht für das Kursdebakel freilich andere Gründe, vor allem die massiven Kapitalerhöhungen, aufgrund deren ein massiver Verwässerungseffekt eingetreten ist und der Gewinn heute auf eine viel grössere Anzahl Aktien verteilt werden muss. Schuld an diesen notwendigen Massnahmen zur Stärkung des Kapitals seien die Vorgänger und deren risikoreiche Ausrichtung der Bank gewesen, wird Thiam nicht müde zu betonen. Auch die massiven Stelleneinsparungen im Rahmen des Kostensenkungsprozesses seien deren Schuld: «Wenn die Bank vor mir besser geführt worden wäre, hätte ich es nicht tun müssen», liess er wissen.

In seinem «shaming and blaming» macht Thiam aber auch vor bestehenden Granden nicht halt, zumindest hinter vorgehaltener Hand: Vertraute hat er wissen lassen, er fühle sich von Bankpräsident Urs Rohner «trapped» (in die Falle gelockt), weil dieser ihn beim Amtsantritt nicht in ausreichender Offenheit über den schlechten Zustand der Bank informiert habe. Umso beachtlicher, so die Message dahinter, sei seine seither erfolgte Sanierungsleistung.

 

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