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Thomas Zurbuchen
Quelle: zvg

Thomas Zurbuchen

Nasa-Forschungschef

Mein Job ist ein Schleudersitz», weiss Thomas Zurbuchen (50). Als «Associate Administrator, Nasa Science Mission Directorate», zu Deutsch Forschungsdirektor, definiert er die wissenschaftliche Strategie der Nasa mit ihren 17 000 Mitarbeitern, verantwortet die 107 Missionen der Weltraumagentur und entscheidet über ein jährliches Budget von sechs Milliarden Dollar. 400 Mitarbeiter sind ihm direkt unterstellt. Ein ähnlich hohes Amt hat in den USA noch nie ein gebürtiger Ausländer bekleidet. Damit ist der Berner Oberländer (er besitzt inzwischen auch den US-Pass) der mächtigste Schweizer Wissenschaftler. Sein Erfolg wird daran gemessen, ob er mit diesem Geld das wissenschaftliche Programm Amerikas vorwärtsbringt. Ob er sein Team gut führt. Ob er die Buchhaltung im Griff hat. Ob die Budgets rechtzeitig erstellt werden. Und natürlich, ob die Weltraummissionen der Nasa die erhofften Ergebnisse liefern.

Zurbuchen – Markenzeichen: quietschbunte Ringelsocken – studierte Astrophysik in Bern, ging dann an die Universität von Michigan, wo er Instrumente für die Nasa baute, wurde später Dekan seiner Fakultät und Prorektor der Uni. Dort baute er ein Zentrum für Unternehmertum auf, betätigte sich als VC und leitete ein nationales Innovationsnetzwerk. So lernte er das Funktionieren der US-Administration verstehen. Diese Kombination von Erfahrungen und Fähigkeiten qualifizierte ihn für das Nasa-Amt: «Man bewirbt sich erst am Schluss», sagt er. «Am Anfang kommen Leute, die wichtig sind und die sagen: Du bist der richtige Mann für diesen Job jetzt, aus diesen und jenen Gründen.» Zurbuchen gilt als faktengetrieben, zugänglich und immer auf alles vorbereitet. Aber auch als sehr fordernd und streng: Bei der Nasa hat er 70 Prozent der Leute unter ihm ausgetauscht oder an andere Stellen versetzt, weil sie seine Leistungsvorstellungen nicht erfüllten.

Denn die Missionen, die Zurbuchen verantwortet, könnten anspruchsvoller nicht sein: die Erkundung des Mars etwa, von wo aus in den nächsten beiden Jahrzehnten erstmals Bodenproben zur Erde geschickt werden sollen. Oder der Aufbau einer bemannten Basis, die um den Mond kreist und als Ausgangsstation für tiefergehende Weltraummissionen dienen soll: «Hier geht es darum, die ganze Menschheit weiterzubringen», sagt er.

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