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Johann Rupert

Johann Rupert

Lange liess er das Machtvakuum nicht zu, das nach dem Weggang seines Uhrenchefs Georges Kern im Richemont-Konzern zu entstehen drohte. Im November 2017 kündigte Johann Rupert die Schaffung einer neuen Funktion an: Jérôme Lambert, Ex-Chef von Jaeger-LeCoultre und später von Montblanc, wurde zum neuen Head of Operations ernannt. Konkret macht Rupert Lambert zu seinem wichtigsten Offizier – dieser ist Chef aller Marken der Gruppe, nur Cartier mit Cyrille Vigneron und Van Cleef & Arpels mit Nicolas Bos sind ihm nicht unterstellt.
Zuvor hatte Rupert akzeptieren müssen, dass Georges Kern, den er ursprünglich als obersten Uhrenmanager des Konzerns auf den Thron gehoben hatte, Knall auf Fall das Unternehmen verliess.

Oder, Winzer im Nebenjob: Johann Rupert.glaubt man gewissen Quellen, er wurde sogar von Richemont-Hauptaktionär Rupert hinauskomplimentiert. Kern hat als Minderheitsbesitzer und CEO zu Breitling gewechselt, die Marke war kurz zuvor vom Private-Equity-Unternehmen CVC übernommen worden.
Natürlich wusste Rupert schon lange, dass Breitling zu kaufen wäre. Doch er wollte die Marke nicht übernehmen. Damals, vor etwa einem Jahr, lief das Uhrengeschäft harzig. Man könne nicht auf der einen Seite Leute entlassen und auf der anderen Seite einen Brand zukaufen, argumentierte er in einem Interview mit der Zeitung «Finanz und Wirtschaft»: «Vielleicht bin ich da zu sehr Calvinist, doch wie könnte ich das vor der eigenen Belegschaft rechtfertigen?»
In Südafrika betreibt Johann Rupert sozusagen nebenbei ein Weingut in der Nähe seines Geburtsortes Stellenbosch. Die rund 150 Hektaren grosse Farm, die früher seinem inzwischen verstorbenen Bruder gehörte, produziert jährlich 1,2 Millionen Flaschen Wein. «Ich wollte seinen Traum zu Ende bringen», sagt Rupert zu seinem Engagement.

Zusammen mit dem Richemont-Doyen und -Schwergewicht Franco Cologni hat Rupert vor Jahresfrist die Michelangelo Foundation gegründet, die sich dem Erhalt des Kunsthandwerks verschrieben hat und vor allem verhindern will, dass schöne alte Techniken mangels Nachfrage aussterben. Die Grundidee: Man möchte Kunsthandwerker und Designer zusammenbringen und so einen modernen Ausdruck für alte und wertvolle Techniken finden. Gleichzeitig wird die Stiftung beim Verkauf der Produkte helfen. Auch in dieser Sache hält sich der medienscheue Johann Rupert im Hintergrund. Er sei so etwas wie der Fluglotse, sagt er gerne über sich. Die Scheinwerfer der Medien sieht er lieber auf dem Flugpersonal.

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