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Geldgespräch mit Michél Peclard

Erst 5er-Mocken, dann Geniesser

Gastronom Michel Péclard über frühe Geschäfte in Arosa, den Wert von Reisen und das Flüchtige des Materiellen.

Ueli Kneubuehler Rinigier

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Michel Péclard (57) führt mit seiner Pumpstation Gastro GmbH 17 Betriebe im Grossraum Zürich. Darunter die «Pumpstation» und «Fischer’s Fritz». Linda Käsbohrer

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Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Wir hatten in Arosa ein Ferienhaus. Mein Bruder und ich kauften im Dorf 5er-Mocken und andere Süssigkeiten und boten diese dann vor einem Stall an. Das hat mir als fünfjährigem Knirps grossen Spass gemacht. Sogar ganz ohne zu naschen, waren wir nach ein paar Stunden ausverkauft.

Was haben Sie mit dem Geld gemacht?

Das habe ich pflichtbewusst ins Kässeli getan. Mit meinen Einkünften habe ich meiner Mutter eine Schachtel Champagnertruffes von Teuscher gekauft. Ein klassisches Süssigkeiten-Reinvestment mit Qualitäts-Upgrade.

Wofür geben Sie heute Geld aus?

Am meisten fürs Reisen. Ich liebe es, andere Länder, Städte und Kulturen kennenzulernen. Dabei suche ich neue Ideen und Inspirationen und bringe die ins Unternehmen zurück. Das ist nicht günstig, aber es verbindet Nützliches mit einem tollen Erlebnis.

Wofür geben Sie ungern Geld aus?

Ich versuche, Geld stets gerne auszugeben. Teurer Markenplunder gehört nicht dazu. Ein komfortables Auto, das mich auch in die Berge bringt, ja. Kleider, die grad im Schrank sind. Uhren besitze ich auch nicht, die habe ich auf dem Handy. Ich hatte eine Phase mit Uhren, aber meine Söhne haben die annektiert.

Was bedeutet Ihnen Geld?

Ich bin ein paar Mal knapp dem Konkurs entkommen. Dann habe ich auch in jüngeren Jahren mitunter zu viel Geld verjubelt. Aber nach dem viel zu frühen Tod meiner Cousine und Geschäftspartnerin hat sich meine Beziehung zu Geld verändert. Heute versuche ich, das Leben zu geniessen, etwas daraus zu machen, nicht zu viel an Geld zu denken und mich nicht von Materiellem beeinflussen zu lassen.

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Was ist Ihnen lieber, Bargeld oder Karte?

Bis vor Covid habe ich meine Karten fast nur im Ausland benutzt. Seit Covid habe ich kaum mehr Bargeld bei mir. Wir spüren das auch in den Restaurants. Vor Covid zahlten rund 40 Prozent mit Karte, heute sind es 95 Prozent. Es ist doch irgendwie sinnlicher, bar zu bezahlen. Unsere Banknoten und unser Münz sind sehr schön. Und welches Land hat so etwas Tolles wie einen Fünfliber? Wer erinnert sich nicht an den Klang eines Fünflibers, der ins Kässeli fällt?

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