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Frederic Kaplan
Quelle: Eddy Mottaz

Frédéric Kaplan

Professor für Digital Humanities, EPFL Lausanne

Was hat die venezianische Bürokratie aus dem Mittelalter mit der Digitalisierung gemein? Daten! Weil die Stadtverwaltung in Venedig über Jahrhunderte alles registrierte, was sich bewegte, lässt sich nun im Zeitalter von Di­gitalisierung und Vernetzung eine Art Zeit­maschine konstruieren. Zwei Welten ver­schmelzen. Die «Venice Time Machine» ist das Projekt von Frédéric Kaplan (44).

Der Pro­fessor für Digital Humanities an der EPFL komprimiert den Datenschatz des venezianischen Staatsarchivs zu einem beispiellosen Informationssystem. Mit maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz werden handgeschriebene Dokumente analysiert. So entsteht, was Historikern bislang weitgehend verschlossen blieb: eine Art soziales Netzwerk des mittelalterlichen Venedig. ­Kaplan spricht gerne von einer «digitalen Rückspultaste», mit der man 1000 Jahre Geschichte betrachten könne. Das Projekt wird jetzt auf mehrere europäische Städte ausgedehnt. «Wenn wir unsere Vergangenheit nicht kennen», sagt der Franzose, «werden wir auch nicht erahnen, wohin uns die Zukunft führen könnte.»

 

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Digital Shapers

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2018
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