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Meinung

Nichts gegen Mattias Grafström, aber ...

... wie sich der FIFA-Generalsekretär zu den Plänen eines Verkaufs der WM-Rechte positionierte, ist eines operativen Chefs des weltweit wichtigsten Sportverbands nicht würdig.

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Hat den Chef Infantino (l.) im Nacken: FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström (45).
Hat den Chef Infantino (l.) im Nacken: FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström (45).Regina Vetter für BILANZ

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Als Generalsekretär besetzt der Schwede offiziell die mächtigste operative Funktion im Weltfussballverband. Inoffiziell gilt Infantinos ehemaliger Stabschef als loyaler Gehilfe von Allmachtspräsident Gianni. Umso erstaunlicher ist seine windige Haltung in der jüngsten FIFA-Peinlichkeit.
Infantino hatte hinter dem Rücken der offiziellen FIFA-Organe einen Plan ausgeheckt, um die lukrativen kommerziellen Rechte künftiger Weltmeisterschaften in eine neue Tochterfirma auszulagern und einen Teil davon an private Investoren zu verhökern – unter anderem an solche aus dem Umfeld seines Freunds Donald Trump. Gute Idee, fand Grafström und unterschrieb das von Infantino gestellte Ultimatum zusammen mit Stabschef und Chefjuristen. COO und CFO stimmten nicht zu.

Polyvalenter Ausführungsgehilfe

Kaum war das Projekt in die Schlagzeilen geraten, stellte sich der Schwede auf einmal dagegen und verweigerte Infantino die Gefolgschaft; von den präsidialen Plänen wollte er nichts gewusst haben. Infantino schien zu wanken, und Grafström positionierte sich offenbar für die Post-Infantino-Ära. Als dann der Hausherr zur Krisensitzung rief, knickte Grafström ein: Er sicherte dem Präsidenten «uneingeschränkte Unterstützung» zu. Grafström, Infantinos polyvalenter Ausführungsgehilfe, war zurück auf der strammen Linie.

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Haltung ist im Hause Infantino eine heikle Sache. Gleichwohl gibt es noch Funktionäre mit Rückgrat, selbst im Wissen, dass die Karriere am Zürichberg damit ein schnelles Ende findet. COO Kevin Lamour lehnte den Ausverkauf der WM-Anteile öffentlich konsequent ab – und wurde vor die Tür gesetzt. Und so verlor Lamour zwar seinen Job, behielt aber seinen aufrechten Gang. Grafström hingegen demonstriert, wie man bei der FIFA im Sattel bleibt: nicht durch Standfestigkeit, sondern durch das Gespür dafür, woher der Wind weht.

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