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Ermenegildo Zegna

Ermenegildo Zegna,

Sie sind die Gentle Family in Mode und Stil: Die Zegnas machen ihre Arbeit, nie gibt es offen ausgetragene Meinungsverschiedenheiten oder gar Skandale beim Tessiner Edelschneider. Der aktuelle Chef und Enkel des Gründers kürzt seinen Vornamen mit Rücksicht auf die Übersichtlichkeit in «Gildo» ab. Und er hat derzeit einiges zu tun im Milliardengeschäft mit Kleidung und Stoffen, denn die vergangenen Jahre waren keine Zeit des Wachstums und der sprudelnden Gewinne.


Zegna hat das Filialnetz deutlich gestrafft und zuletzt mit geringen Erträgen gelebt, weil viel ins Marketing und in die Produktion investiert wurde. Dafür hat Gildo Zegna im Frühjahr 2017 die lukrative Beteiligung am Kaschmirlabel Brunello Cucinelli abgestossen und zu Geld gemacht – und er hat einen Erfolgsbringer von früher zurückgeholt: Designchef ist jetzt Alessandro Sartori, der vor Jahren die erfolgreiche Zweitmarke ZZegna an den Markt gebracht hatte, dann aber zu Berluti wechselte und nun schon in seinen ersten Monaten zurück bei Zegna gefeierte Kollektionen vorgestellt hat. Für ihn musste Designchef Stefano Pilati weichen.


Zugleich schräubelt Gildo an der Zukunft des Geschäfts, «Omni-Channel» ist das Modell, das Kunden das Einkaufen bruchlos zwischen Filiale und Online möglich machen soll. Andererseits hat er in Mailand ein Atelier angemietet, wo sechs Schneider gleichzeitig auf Mass gefertigte Anzüge schneiden und sticheln; das ist «back to the roots» und Exklusivität, im Luxuskleidungssegment aktuell die Gebote der Stunde.
Rund zwei Jahrzehnte steht Gildo Zegna nun schon an der Spitze des Hauses, das mit feinen Tuchen gross wurde und alle Schritte «vom Schaf bis zum Shop», wie er es gern ausdrückt, selbst betreibt. Für Anzüge, die in der massgefertigten Variante und mit schicken Stöffchen gern fünf- bis sechstausend Franken kosten können, ist ein wenig Qualitätskontrolle ja durchaus hilfreich. Aber Gildo Zegna hat längst erkannt, dass nicht mehr der steife Anzug mit Krawatte, sondern eine neue Lässigkeit das Gebot der Stunde ist, und führt die Familienfirma mit einem breiteren Sortiment in die Zukunft – die er zwar auch in Europa, vor allem aber in Ländern wie China oder Russland sieht.

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