Es ist eine Zäsur. Seit dem 25. Juni präsidiert mit Dieter Vranckx (53) erstmals kein unabhängiger
Schweizer Manager die Airline Swiss. Der gebürtige Belgier Vranckx wohnt in der Schweiz, ist längst Schweizer und war bisher Vizepräsident der Swiss. Mit ihm übernimmt nicht nur jemand das Präsidium, der seine Karriere vor 27 Jahren bei der damaligen Swissair gestartet hatte und die Karriereleiter bis zum Swiss-CEO emporstieg. Mit Vranckx übernimmt auch ein Vorstand des Mutterkonzerns Lufthansa in Kloten: Seit zwei Jahren ist er Chief Commercial Officer. Für den neuen Swiss-Präsidenten ist das Amt ein Balanceakt. Kommt er als Lufthansa-Vorstand nach Zürich oder als der frühere Swiss-Chef, der für die hiesigen Interessen einsteht? Wird er sich aus dem Operativen raushalten können und Jens Fehlinger, seinen Nachfolger am Swiss-Knüppel, steuern lassen? In Kloten beäugt man die Personalie mit gemischten Gefühlen. Selbst als Cash Cow innerhalb der Lufthansa musste die Swiss zuletzt Kompetenzen an die Konzernzentrale abgeben. Etwa die Steuerung des Angebots, des Netzes und des Vertriebs. Umso mehr wünscht man sich für die beiden vakanten Posten im Swiss-Verwaltungsrat unabhängiges Schweizer Personal. Der Wunsch dürfte indes Vater des Gedankens sein. Bei Lufthansa gilt: Zentralisierung first.