Sie haben die Nordwand der Grandes Jorasses in der besonders schweren «Rolling Stones»-Route mit 35 Kilogramm Ausrüstung als erster Mensch im Winter im Alleingang bestiegen. Sechs Tage und fünf Nächte verbrachten Sie bei minus 20 Grad in der Wand. Die Route gilt als einer der härtesten Alleingänge im Alpinismus. Quälen Sie sich gerne?
Nein, aber die Qualen sind Teil des Alpinismus. Ich hatte auch schon im Vorfeld gewusst, dass ich meine Finger und Zehen malträtieren würde. Aber wegen der Minusgrade war es schon sehr hart. Mein Herz hat in meinen Fingern wie wild gepocht. Jede kleinste Berührung mit einem Karabiner war eine Qual. Nach der Besteigung habe ich an beiden Händen je drei Nägel verloren. Ich leide sehr, wenn ich mich auf einem Aufstieg wie den Grandes Jorasses oder in einem grossen Projekt befinde, aber ich habe auch viel Freude.