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Geldgespräch mit Adrian Steiner

«Mein Menzi Muck ist wie Yoga»

Der Thermoplan-Chef über den Kampf gegen Parkuhren und warum sein Bagger-Hobby fast eine Ehekrise auslöste.

Ueli Kneubuehler Rinigier

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Adrian Steiner (50) ist CEO und Miteigentümer des Luzerner Kaffeemaschinenherstellers Thermoplan, der seit 25 Jahren die US-Kaffeekette Starbucks beliefert. PR

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Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Mein Onkel war Metallbauschlosser mit eigenem Betrieb. In der dritten Klasse durften mein Bruder und ich dort mithelfen und auch grosse Geräte bedienen, was meine Mutter nicht immer gefreut hat. Wir waren jeden Mittwochnachmittag und Samstag dort und arbeiteten für fünf Franken pro Stunde.

Wofür haben Sie das Geld ausgegeben?

Ich habe auf ein Velo gespart. Ein Zwölf-Gang-Mondia in Metallic-Silber. Damals nannte man das «Halbrenner». Meine Ersparnisse aus den Arbeitseinsätzen reichten nicht ganz. Aber zusammen mit dem Firmbatzen konnte ich mir das Traumvelo kaufen.

Wofür geben Sie heute Geld aus?

Für Ferien mit der Familie. Es ist das Schönste, Zeit gemeinsam zu verbringen und etwas zu erleben. Das schafft unbezahlbare Erinnerungen. Ich bin unendlich dankbar, dass unsere Töchter immer noch gerne mitkommen. Ausserdem investiere ich in Immobilien. Als Sicherheit für meine Familie, jedoch auch, weil ich gerne gestalte und aus etwas Bestehendem etwas Schönes mache.

Wofür geben Sie ungern Geld aus?

Parkuhren. Ich bin so weit, dass ich ausrechne, wie viel ich mit dem Nichtbezahlen spare und es mit den Bussen gegenrechne, die ab und an ins Haus flattern.

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Geben Sie unvernünftig Geld aus?

Keine vernünftige Erklärung gibt es wohl für den Menzi Muck A21, der hinter meinem Haus steht. Meine Arbeitseinsätze bei meinem Onkel haben Spuren hinterlassen. Ich begeistere mich noch heute für grosse Maschinen. Wenn ich mit dem Menzi Muck arbeiten kann, ist das für mich wie Yoga. Als ich allerdings die Wasserleitung freigelegt hatte und diese über Nacht einfror, rühmte mich meine Frau nicht gerade dafür, als sie mit eingeschäumten Haaren, aber ohne Wasser unter der Dusche stand.

Bargeld oder Karte?

Seit Corona bin ich Digitalzahler. Wenn Bargeld gefragt ist, komme ich an meine Grenzen.

Spenden Sie?

Nicht gross im Allgemeinen, ich investiere aber in innovative Projekte von Start-ups. Als Unternehmer investiere ich in die Thermoplan, die Mitarbeiter und die Infrastruktur in Weggis.
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