Uhren, Sackmesser, Schokolade: Wer an Schweizer Kulturgüter denkt, hat ein klares Bild. Sieht aber auch eine orange Tüte mit einem grossen Z vor sich. Seit fast siebzig Jahren schafft Zweifel das, wovon die meisten Unternehmen dieser Welt träumen: Die Marke ist kein reines Lebensmittel, sie ist ein Gefühl. Doch in Zeiten, in denen internationale Foodgiganten den Markt mit aggressiven Preisen und globalen Kampagnen fluten, wird aus dem Thron des Schweizer Chips-Königs kein Ruhekissen. Wie bleibt man also über Generationen hinweg die unangefochtene Nummer eins im Kopf – und vor allem im Magen – der Konsumenten?
«Der Status als Love-Brand ehrt uns, ist jedoch für uns kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis konsequenter Markenarbeit über Jahrzehnte hinweg», stellt Christoph Zweifel klar. Der CEO, der das Familienunternehmen mit spürbarer Leidenschaft führt, weiss ganz genau, dass man sich auf Lorbeeren nicht ausruhen kann. «Seit fast siebzig Jahren stehen wir für Schweizer Qualität, Frische und Verlässlichkeit. Das sind Werte, die Vertrauen schaffen und Generationen verbinden.» Doch Tradition allein knuspert nicht. Wer im Regal überleben will, muss sich bewegen. «Dabei ist es unsere Aufgabe, bei den Konsumenten relevant zu bleiben und uns entlang ihrer Bedürfnisse weiterzuentwickeln. Dies gelingt nur, wenn man nahe bei den Menschen ist, zuhört und bereit ist, sich laufend zu hinterfragen.»
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Schweiz bleibt Heimat
Die jüngsten Zahlen beweisen den Erfolg: Mit den Dachmarken Zweifel und Berger wurde 2025 ein Rekordumsatz von 315,5 Millionen Franken erzielt – ein Plus von 3,8 Prozent und der zehnte Rekord in Folge. Bis 2032 soll die 400-Millionen-Marke geknackt werden. Doch wie entscheidet der Chef, welcher Trend passt? «Unser Markenkern als Snacking-Expertin mit hohem Qualitätsanspruch ist klar definiert», erklärt Christoph Zweifel. «Trends beobachten wir aufmerksam und entscheiden sorgfältig, was zu unseren Werten passt.» Wichtig ist dabei vor allem der Mehrwert für die Konsumenten und Konsumentinnen. Kassenschlager wie die Original Chnoblibrot-Chips zeigen, dass Zweifel den Puls der Zeit trifft.
Glaubwürdigkeit prägt auch die Produktion. Während andere ins Ausland abwandern, investiert das Familienunternehmen rund 40 Millionen Franken in ein neues Snackwerk in Spreitenbach (Inbetriebnahme Herbst 2027). Ist Schweizer Produktion nur PR oder ein ökonomischer Vorteil? «Beides», entgegnet der CEO prompt. «Die Schweiz steht für Qualität, Zuverlässigkeit und Vertrauen. Zudem ermöglichen uns die Standorte Spreitenbach und Münsingen kurze Wege und hohe Flexibilität.»
Diese Nähe zeigt sich vor allem dann, wenn Zweifel aus den klassischen Mustern ausbricht. Als Ende des letzten Jahres die limitierte Edition der «Zweifel Chips Aromat» in die Läden kam – eine Fusion zweier Nationalheiligtümer –, stand die Schweizer Snackwelt kopf. Eine virale Idee, geboren aus Konsumentenwünschen. Doch wie verhindert man, dass Kooperationen wie ein billiger Werbegag wirken? «Eine Kooperation soll aus einer gemeinsamen Idee oder einem echten Bedürfnis entstehen, nicht aus reiner Marketinglogik», stellt der CEO klar. «Gemeinsame Werte, ein vergleichbarer Qualitätsanspruch und ein ähnliches Markenverständnis sind entscheidend. Wenn beide Marken ihre Identität behalten, entsteht ein Mehrwert für die Konsumenten.»
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Regionale Lieferanten
Partnerschaften sind für das Traditionsunternehmen ein echter Katalysator. «Sie eröffnen neue Perspektiven und ermöglichen einen intensiven Austausch von Know-how», erklärt Christoph Zweifel. «Unterschiedliche Blickwinkel können Innovationsprozesse beschleunigen, sei es beim Geschmack, bei der Technologie oder der Entwicklung. Gleichzeitig bleibt der Zweifel-Qualitätsanspruch immer der Massstab.» Diese Mischung aus Innovation und Bodenständigkeit verleiht Schlagkraft gegen globale Snackgiganten, die mit riesigen Budgets in die Regale drängen. Der eigentliche Schatz des Unternehmens liegt auf den Feldern der Region. «Ein starkes Schweizer Netzwerk ist für uns zentral», betont Zweifel. «Die enge Zusammenarbeit mit Schweizer Landwirten sichert Qualität, Transparenz und Vertrauen.» Während Grosskonzerne anonym auf dem Weltmarkt kaufen, kennt man hier die Bauern beim Namen. «Dieses Netzwerk ermöglicht uns, unabhängig zu bleiben und uns von globalen Anbietern zu differenzieren.» Solange Zweifel sich treu bleibt und den Konsumenten zuhört, wird die orange Tüte mit dem roten Z die unangefochtene Nummer eins der Schweiz bleiben.
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