Der Finanzplatz Zürich erwirtschaftete 2023 rund 32,8 Milliarden Franken an Bruttowertschöpfung und stellte mehr als 100 000 Arbeitsplätze in der Region Zürich, Zug und Schwyz bereit, wie die aktuelle Studie «Finanzplatz Zürich 2025/2026» von Kanton und Stadt Zürich belegt. Damit ist er der stärkste Finanzstandort der Schweiz und ein wichtiger Arbeitgeber, Steuerzahler und Auftraggeber für andere Branchen. Neben Kapital werden hier auch Know-how und internationale Vernetzung gebündelt.
Während Jahrzehnten standen die Grossbanken UBS und Credit Suisse (CS) im Zentrum des Zürcher Finanzplatzes und prägten diesen massgeblich mit. Mit der Übernahme der CS durch die UBS im Juni 2023 hat sich diese Struktur verändert. Statt zweier konkurrierender Machtzentren gibt es nur noch eine einzige Grossbank, die ihren Einfluss in der Stadt neu organisiert.
Symbolisch zeigt sich dieser Umbau besonders am Paradeplatz in Zürich. Wie UBS-Konzernchef Sergio Ermotti ein Jahr nach der Übernahme gegenüber dem «Blick» sagte, soll der ehemalige Hauptsitz der CS nicht verkauft, sondern in einen neuen Finanzcampus integriert werden. Rund um den Paradeplatz soll ein Standort mit etwa 4000 Arbeitsplätzen entstehen, der Büros, Nutzungen im Erdgeschoss und eine stärkere urbane Belebung miteinander verbindet.
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Christian Bretscher, Geschäftsführer des Zürcher Bankenverbands, wertet dies als ein starkes Bekenntnis der UBS zu Zürich: «Der Paradeplatz als global sichtbares Zentrum des Schweizer Finanzplatzes wird dadurch weiter aufgewertet. Es stärkt die internationale Sichtbarkeit Zürichs, bündelt hoch qualifizierte Arbeitsplätze in der City und sendet ein klares Signal an Fachkräfte, Kunden und Investoren weltweit.»
Internationale Ausstrahlung
Der Finanzplatz Schweiz habe international gezeigt, dass er den Untergang seiner zweitgrössten Bank ohne Krise des Finanzsystems bewältigen konnte. Dies sei ein wichtiges Zeichen für Stabilität und Handlungsfähigkeit. «Zürich bleibt eines der weltweit führenden Finanzzentren, getragen von seiner international erfolgreichen Grossbank und einem Finanzökosystem, dessen Wertschöpfung, Breite und Qualität international herausragen», erklärt Christian Bretscher.
Die Bedeutung der UBS reiche heute weit über den Finanzstandort hinaus und sei für den gesamten Wirtschaftsraum Zürich zentral. Gleichzeitig bleibe der Finanzplatz breit abgestützt und werde von Kantonal-, Regional-, Auslands-, Börsenund Privatbanken sowie Versicherern und weiteren Finanzdienstleistern geprägt. Um die Attraktivität des Zürcher Finanzstandorts zu erhalten, gelte es in erster Linie, die drohende Verschlechterung der Rahmenbedingungen zu verhindern. «Der Finanzplatz steht im direkten Wettbewerb mit New York, London, Singapur, Hongkong und dem Mittleren Osten. Kapitalvorschriften und Regulierungen, die deutlich über internationale Standards hinausgehen, verzerren diesen Wettbewerb», betont Bretscher. Schaden würde dies nicht nur dem Finanzplatz, sondern der gesamten Schweizer Volkswirtschaft. Es sei deshalb entscheidend, dass die Massnahmen zur Stärkung der Stabilität des Bankenplatzes zielgerichtet und international abgestimmt seien. Parallel dazu brauche es innovationsfreundliche Regelungen für KI, Datenverarbeitung und Fintechs und ebenso ein entschlossenes gemeinsames Engagement für die Promotion des Finanzplatzes und den internationalen Marktzugang.
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Wie es in der aktuellen Studie von Kanton und Stadt heisst, plant der Finanzplatz Zürich, sich in den kommenden Jahren verstärkt als führender Innovationsstandort und attraktives Zentrum für privates Beteiligungskapital zu positionieren. Während Banken und Versicherungen weiterhin die zentralen Säulen bilden, wird der strategische Fokus darauf gelegt, die Rahmenbedingungen für die Finanzierung von Startups und Innovationen zu optimieren. So zielt das Projekt «Stärkung des Innovationsstandorts» des Kantons beispielsweise darauf ab, zusätzliches Kapital zu mobilisieren und Investitionen in lokale Jungunternehmen und KMU zu fördern. Weil Banken aufgrund regulatorischer Vorschriften häufig als Kapitalgeber für Start-ups ausscheiden, will sich Zürich verstärkt als Hub für Akteure wie Venture-Capital-Gesellschaften, Family-Offices und Stiftungen etablieren.
Zur Stärkung des Investorenstandorts will Zürich unter anderem eine Dialogplattform schaffen, mit der die Zusammenarbeit zwischen Investoren, Start-ups und dem Kanton vertieft werden soll. Zudem ist die internationale Vermarktung Zürichs als attraktiver Standort für Investitionen in regionale Jungunternehmen geplant. Des Weiteren will man Politik und Öffentlichkeit für die Bedeutung der Start-up-Finanzierung sensibilisieren. Durch die Förderung von Bildungsprogrammen soll ein Know-how-Transfer stattfinden, der Investoren den Zugang zur Anlageklasse Venture-Capital erleichtert. Der Kanton will ausserdem steuerliche Regelungen prüfen, um im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu bleiben, Deep-Tech-Innovationen stärker fördern und die Finanzierungslücke in der Wachstumsphase von Start-ups schliessen, um zu verhindern, dass erfolgreiche Jungunternehmen ins Ausland abwandern.
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Seine Zukunft sieht der Zürcher Finanzplatz also in einer engen Verknüpfung von Finanzwirtschaft und technischen Innovationen. Ziel ist, sich über das klassische Bankgeschäft hinaus national und international als führendes Ökosystem für Risikokapital zu positionieren.
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