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Gastbeitrag

Anlegen ist Vorsorgen

Früh anfangen, gezielt anlegen, langfristig planen. So gelingt es, Vermögen aufzubauen, das finanzielle Freiheit schafft.

Tashi Gumbatshang

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Vermögensaufbau ist in aller Regel die Folge einer guten Strategie. Getty Images

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Vermögen entsteht nicht über Nacht. Es wächst über die Jahre und ist das Ergebnis bewusster Entscheidungen. Aufgrund stetig steigender Lebenshaltungskosten, längerer Lebenserwartung und des aktuellen Tiefzinsniveaus reicht Sparen allein heute oft nicht mehr aus, um Vermögen aufzubauen. Anlegen wird daher als Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau immer wichtiger. Wer früh damit beginnt, sein Geld gezielt anzulegen, legt den Grundstein für finanzielle Stabilität und Flexibilität in allen Lebensphasen – vom ersten Sparfranken über den Vermögensaufbau im Erwerbsalter bis zur Weitergabe an die nächste Generation.
Tashi Gumbatshang, Leiter Kompetenzcenter Vermögens- und Vorsorgeberatung, Raiffeisen Schweiz

Früher Start lohnt sich

Eltern können bereits mit kleinen monatlichen Beträgen eine solide Basis für die finanzielle Zukunft ihres Kindes schaffen. Wer früh mit dem Anlegen startet, kann über die Jahre ein beträchtliches Vermögen für seine Kinder aufbauen. Dabei gilt: Je früher und je höher der Aktienanteil, desto mehr profitiert man vom Zinseszinseffekt. Zahlt man für sein Kind beispielsweise ab Geburt 100 Franken pro Monat in einen Fondssparplan mit hoher Aktienquote ein, wächst das Vermögen bei einer jährlichen Nettorendite von 5 Prozent innerhalb von zwanzig Jahren auf über 41'000 Franken. Davon stammen mehr als 17'000 Franken aus Rendite. Zum Vergleich: Ein Sparkonto mit 0,5 Prozent Zins wirft im selben Zeitraum nur etwa 1200 Franken Ertrag ab. Es lohnt sich daher, Geldgeschenke sowie eigene Beiträge mit einem monatlichen Dauerauftrag konsequent anzulegen. So entsteht über die Jahre ein finanzielles Polster für die Ausbildung, einen Auslandaufenthalt oder grössere Anschaffungen des Kindes.

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Im Erwerbsalter steht der gezielte Vermögensaufbau im Fokus. Erfolgreiches Anlegen bedeutet nicht, kurzfristigen Trends oder spektakulären Renditen hinterherzulaufen. Entscheidend sind eine klare Struktur, Disziplin und ein langfristiger Plan. Gleichzeitig ist Anlegen aber auch emotional. Ängste und Unsicherheiten verhindern oft den Einstieg. Damit dieser gelingt, sollte man als ersten Schritt ein realistisches Budget erstellen, das zeigt, welche Ausgaben anfallen und welcher Betrag als Sparquote für den Vermögensaufbau übrig bleibt und investiert werden kann. Wer Vermögen aufbauen will, sollte seine Ersparnisse so anlegen, dass die Finanzplanung kurz-, mittel- und langfristig aufgeht. Bewährt hat sich dafür die sogenannte Drei-Topf-Strategie, mit der das Vermögen auf unterschiedliche Sparziele ausgerichtet und passend zum Anlagehorizont investiert wird.
Für die meisten eignet sich eine Aufteilung in flüssige Mittel, mittelfristige Anlagen und langfristige Investments. Die Grösse der einzelnen Töpfe und die gewählte Anlagestrategie hängen immer von individuellen Zielen, den Lebensumständen und dem Sicherheitsbedürfnis ab. Neben dem freien Vermögen lohnt es sich, auch die gebundene Vorsorge (Säule 3a) anzulegen. Ein 3a-Fonds-Sparplan ermöglicht es, mit kleinen Beträgen erste Anlageerfahrungen zu sammeln, und dank der Steuerersparnis steht zusätzliches Geld für den Vermögensaufbau zur Verfügung.

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Vermögensverzehr im Alter planen

Auch im Ruhestand bleibt Anlegen wichtig. Mit der Pensionierung verschiebt sich der Fokus aber hin zum planbaren Verzehr. Ziel ist, dass das Gesamtvermögen den gewünschten Lebensstandard bis ans Lebensende sichert. Besonders wichtig ist dies für Personen, die ihr Pensionskassenguthaben als Kapital beziehen. Sie tragen Anlage- und Langlebigkeitsrisiken selbst und müssen die Verantwortung für ihr Geld aktiv wahrnehmen. Eine durchdachte Anlagestrategie kann den Vermögensverzehr im Alter verlangsamen und im Idealfall langfristig Vermögen erhalten oder sogar aufbauen. Auch hier empfiehlt es sich, auf die Drei-Topf-Strategie zu setzen. Während ein Teil des Vermögens jederzeit als Reserve verfügbar bleibt, wird ein zweiter Teil defensiv angelegt, um den planbaren Lebensunterhalt der nächsten Jahre abzusichern. Der dritte Topf kann langfristig mit höherem Aktienanteil investiert werden und dient dem Werterhalt oder gegebenenfalls der Weitergabe an die nächste Generation. Vermögensaufbau ist kein einmaliges Projekt, sondern ein lebenslanger Prozess. Wer früh beginnt, sein Geld gezielt anzulegen, schafft finanzielle Sicherheit und Freiheit für sich und seine Nächsten. So wird Anlegen zum verlässlichen Begleiter in allen Lebensphasen.

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