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Gastbeitrag

Effiziente Bausteine in der Anlagestrategie

Passive Anlagestrategien müssen ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen.

Ein solides Portfolio basiert auf verschiedenen «Bausteinen».
Ein solides Portfolio basiert auf verschiedenen «Bausteinen».Getty Images

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Wer indexnah am Schweizer Aktienmarkt investieren möchte, greift in der Regel zu einem Indexfonds auf Basis des SPI-Universums. Der SPI ESG ist dabei die nachhaltigere Variante des breiten Schweizer Aktienindex SPI. Er bildet ein möglichst breites Aktienuniversum ab, schliesst jedoch Unternehmen mit ungenügendem Nachhaltigkeitsprofil oder problematischen Geschäftsfeldern aus. So ist das Kapital breit über rund zweihundert Schweizer Aktien verteilt. Im Zeitraum von 2020 bis 2025 erzielte der SPI eine annualisierte Rendite von 6,45 Prozent. Eine Anlage in den SPI ESG hätte in der gleichen Zeitspanne 6,81 Prozent pro Jahr eingebracht. Ausgerechnet jener Index, der einen Teil des Schweizer Aktienmarktes bewusst ausschliesst, hat damit den Gesamtmarkt übertroffen. Ist der SPI ESG damit vielleicht nicht nur der nachhaltigere, sondern sogar der geeignetere Schweizer Aktienindex?

Der Autor

Rolf Schneider, Leiter Vertrieb Asset Management, Basler Kantonalbank

Nutzen für Anleger

Wer in den SPI ESG investiert, bleibt breit im Schweizer Aktienmarkt engagiert, integriert Nachhaltigkeitskriterien aber bereits auf Indexebene. Unternehmen mit besonders problematischen Geschäftsfeldern oder unzureichender ESG-Qualität werden ausgeschlossen, ohne den Charakter eines breit diversifizierten Schweizer Aktienportfolios grundsätzlich zu verändern. Für Anleger mit verbindlichen Nachhaltigkeitsvorgaben kann der SPI ESG deshalb eine effizientere strategische Ausgangsbasis sein als der konventionelle SPI: ESG-Anforderungen müssen nicht erst nachträglich über Einzeltitelausschlüsse oder aktive Abweichungen umgesetzt werden. Gleichzeitig bleibt die Indexlogik transparent, regelbasiert und kosteneffizient. Der SPI ESG ist damit weniger eine thematische Nachhaltigkeitsanlage als vielmehr eine nachhaltiger definierte Variante des Schweizer Aktienmarktes.

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Die SIX beschreibt die Motivation für die ESG-Indexfamilie wie folgt: «Nachhaltig investieren ist mehr als ein Trend. Die ESG-Indizes von SIX ermöglichen Investitionen in Schweizer Unternehmen, die über ein standardisiertes und fundiertes Nachhaltigkeitsprofil verfügen. Dadurch ermöglicht SIX eine Förderung nachhaltig wirtschaftender Unternehmen und somit eine langfristige, nachhaltigere Ausrichtung der Schweizer Wirtschaft.»
Mit einem ESG-Indexfonds übernimmt der Investor Entscheidungen Dritter. Dabei sollte er auf starke, langfristig orientierte Partner setzen: Erstens übernimmt er die vom Indexanbieter definierten ESG-Kriterien, zweitens übernimmt er die kapitalgewichtete Verteilung der Anlagen gemäss der Indexzusammensetzung, und drittens übernimmt er auch die Replikationsmethodik des Fondsanbieters.

Indexmethodik

Für die Zusammensetzung des SPI ESG verwendet SIX Nachhaltigkeitsdaten der unabhängigen Schweizer Ratingagentur Inrate. Deren ESG-Impact-Rating bewertet die Auswirkungen eines Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft auf einer Skala von D– bis A+. In den Index aufgenommen werden nur Unternehmen mit mindestens der Bewertung C+, die bestimmte Umsatzgrenzen in kontroversen Geschäftsfeldern einhalten und die Anforderungen des UN Global Compact sowie der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen erfüllen. Zudem berücksichtigt SIX die Ausschlussliste des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK). Die im Index enthaltenen Aktien werden anschliessend nach ihrer Freefloat-Marktkapitalisierung gewichtet.

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Ein ESG-Index reduziert gezielt bestimmte Nachhaltigkeitsrisiken, weicht damit aber zwangsläufig vom Gesamtmarkt ab. Diese Abweichung zeigt sich im Tracking-Error gegenüber dem SPI und kann je nach Marktphase sowohl positiv als auch negativ zur Rendite beitragen. Gleichzeitig können Ausschlüsse die Konzentration auf einzelne Unternehmen oder Sektoren erhöhen – im ohnehin stark konzentrierten Schweizer Aktienmarkt ein wichtiger Aspekt. Entscheidend ist deshalb nicht, ob der SPI ESG den SPI in jeder Periode schlägt, sondern ob die zusätzliche Abweichung mit den Nachhaltigkeitszielen des Anlegers vereinbar ist. Historische Outperformance ist dabei ein erfreulicher Befund, aber keine Garantie für künftige Mehrerträge.

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