Herr Hawtin, wie investiert man am besten in die Space-Economy?
Um das Thema Space-Economy ist derzeit sehr viel Hype entstanden, ebenso um die Grösse des möglichen Marktes. Realistisch betrachtet sehen wir eine greifbare Opportunität von rund 1 Billion Dollar, wovon der Satellitenstartmarkt mit 100 bis 150 Milliarden Dollar einen Teilbereich ausmacht. Die kursierenden Zahlen von mehreren Zehn-Billionen-Dollar-Marktpotenzialen setzen dagegen grosse technologische Umbrüche voraus – etwa Rechenzentren im All. Davon existiert bislang nicht einmal ein Prototyp. Wir würden deshalb in Unternehmen investieren, die im Bereich Satellitenstart tätig sind, und die Hype-Namen meiden.
LOCKHEED MARTIN: Konzept für eine wiederverwertbare Mondlandefähre, die an der Raumstation Lunar Gateway andockt.PR
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Die US-Regierungsausgaben für die Raumfahrt sollen nächstes Jahr um 76 Prozent steigen. Welche Unternehmen profitieren davon am direktesten?
Am unmittelbarsten profitieren Northrop Grumman, Lockheed Martin sowie die reinen Raumfahrt-Titel selbst – also jene Unternehmen, die direkt in der staatlichen Beschaffungskette für Verteidigungs- und Weltraumprogramme verankert sind.
Wo in der Wertschöpfungskette sehen Sie Chancen?
Wir sind der Ansicht, dass Trägerraketen und Satelliten nach wie vor der sicherste Weg sind, um an diesem Wachstumsthema zu partizipieren. Die übrigen Bereiche der Wertschöpfungskette – etwa weltraumgestützte Infrastruktur oder Datendienste – bergen aus unserer Sicht ein deutlich höheres Risiko, solange die zugrundeliegenden Geschäftsmodelle noch nicht bewiesen sind.
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Sollte Space X auch ins Portfolio?
Wir würden Space X meiden. Das Geschäftsmodell setzt einen fundamentalen Wandel bei der Nutzung von Rechenzentren voraus sowie die Fähigkeit, Infrastruktur im All effektiv zu betreiben. Dieser Business-Case ist bislang unbewiesen – und trotzdem ist in der aktuellen Bewertung bereits ein sehr hohes Mass an Erfolg eingepreist.
Einzelaktien oder eher ein Fonds beziehungsweise ETF – was ist der klügere Einstieg?
Ein Space-ETF bietet innerhalb des Themas ein besseres Chancen-Risiko-Verhältnis. Bei Einzelaktien besteht nach wie vor ein erhebliches unternehmensspezifisches Risiko, das sich über einen breiter gestreuten Ansatz deutlich reduzieren lässt.
Sind Sie persönlich in diesem Sektor investiert?
Persönliche Investments legen wir grundsätzlich nicht offen. Ich sehe aber Potenzial in der Raumfahrt-Opportunität, wobei für mich vor allem der ETF-Ansatz aus der vorigen Frage relevant ist. In unseren Fonds halten wir Firefly Aerospace und OHB – Letzteres ist die aus unserer Sicht einzige nennenswert fokussierte Raumfahrt-Opportunität in Europa, zusammen mit dem Verteidigungssektor.