Michelle Bachmann leitet gemeinsam mit ihrer Familie die Firma Exklusiv Immobilien. Im Gespräch erklärt sie, warum viele Luxusobjekte nie im Internet landen und wie sich der Markt verändert.
Die Region war schon immer sehr beliebt, aber das Wachstum geht immer weiter. Als ich vor vielen Jahren von Zürich nach Altendorf gezogen bin, war das hier noch ein kleines Dorf. Seither ist die Gegend stetig attraktiver geworden – die Nachfrage bewegt sich auf konstant hohem Niveau, während das Angebot spürbar kleiner wird.
Das Unternehmen
Das Unternehmen Exklusiv Immobilien ist ein Familienunternehmen mit Standorten in Altendorf, Wollerau, Thalwil, Horgen und Stäfa, geführt von Michelle Bachmanns Eltern, ihr selbst, ihrer Schwester und ihrem Schwager. Das Unternehmen beschäftigt heute 24 Mitarbeitende und ist auf den Immobilienmarkt rund um den Zürichsee, in Ausserschwyz und im Kanton Zug spezialisiert.
Gibt es noch unterschätzte Gemeinden?
Ja, durchaus. Wir beobachten, dass sich neben den etablierten Premiumlagen auch weitere Gemeinden sehr positiv entwickeln. Dazu gehören aus unserer Sicht beispielsweise Wangen, Galgenen oder Einsiedeln im Kanton Schwyz, Uetikon am See oder Zumikon im Kanton Zürich sowie Gemeinden im Bezirk Affoltern wie Knonau ZH. Auch die Gemeinde Hünenberg See im Kanton Zug gehört für uns zu den Standorten mit weiterem Entwicklungspotenzial.
Was spricht für diese Orte?
Diese Orte verbinden eine hohe Lebensqualität mit einer ausgezeichneten Erreichbarkeit – sowohl mit dem öffentlichen Verkehr als auch über die wichtigsten Verkehrsachsen Richtung Zürich. Genau diese Kombination macht sie für viele Käuferinnen und Käufer zunehmend attraktiv. Entscheidend ist jedoch immer die Mikrolage. Oft machen bereits die Aussicht, die Besonnung oder die Lage innerhalb einer Gemeinde den entscheidenden Unterschied.
Viele Ihrer Objekte werden diskret unter der Hand vermittelt. Wie funktioniert das?
Es gibt Verkäuferinnen und Verkäufer, denen Diskretion aus verschiedenen Gründen sehr wichtig ist – die einen möchten ihre Privatsphäre schützen, andere wollen den Verkauf möglichst unaufgeregt durchführen, ohne dass die Nachbarschaft mitbekommt, für welchen Preis die Liegenschaft veräussert wird. Für genau diese Verkäufergruppen ist unser Netzwerk entscheidend. Wir zählen allein in unserer Region mittlerweile über 18 000 registrierte Suchkundinnen und -kunden, die wir über viele Jahre aufgebaut und aktiv gepflegt haben.
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Das ist eine Menge.
Absolut. Für unsere Region rund um den Zürichsee sowie Ausserschwyz und Zug ist das eine sehr grosse Zahl. Über die Jahre haben wir ein starkes Netzwerk aufgebaut, sodass viele Menschen, die nach einer Immobilie suchen, mit uns in Kontakt kommen. Diese Personen haben bei uns oft konkrete Suchkriterien hinterlegt. Der erste Schritt bei einem neuen Objekt ist deshalb immer der Abgleich mit unserem Käufernetzwerk: Gibt es bereits passende Interessenten? Der zweite Schritt ist unser wöchentlicher Newsletter, der jeweils samstags erscheint und eine sehr grosse Resonanz erzielt. Das ist einer der Gründe, weshalb wir viele Immobilien diskret und erfolgreich vermitteln können.
Welche weiteren Veränderungen sehen Sie?
Die Käuferschaft ist internationaler geworden – das spüren wir nicht nur im Premiumsegment, sondern im klassischen Immobiliengeschäft insgesamt. Wir betreuen regelmässig eine europäische Kundschaft, aber auch Käuferinnen und Käufer aus Übersee oder dem Nahen Osten. Wirklich aussergewöhnliche Liegenschaften waren allerdings schon immer selten – und die erscheinen praktisch nie auf dem offenen Markt, sondern werden unserem Käufernetzwerk angeboten.
Suchen die internationalen Käufer primär eine Rendite, oder wollen sie tatsächlich hier leben?
Ganz klar Letzteres. Sie mögen den Standort Schweiz, arbeiten hier oder ziehen bewusst aus Gründen der Sicherheit, der Lebensqualität und der mitunter attraktiven steuerlichen Aspekte hierher.
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Was sind aktuell die stärksten Herkunftsländer?
Norwegen, Zypern, Frankreich, Deutschland, England, teilweise auch Spanien – und punktuell Australien oder die USA. Dazu kommen viele bereits eingebürgerte Schweizerinnen und Schweizer mit deutschen oder nordischen Wurzeln, die längst eine Niederlassungsbewilligung haben.
Diskretion ist für Ihre Kundschaft zentral. Wie stark unterscheidet sich das vom klassischen Immobiliengeschäft?
Am Ende dreht sich in unserem Unternehmen alles um die Bedürfnisse der Kundschaft – zuzuhören und herauszufinden, was die Menschen und was die Liegenschaft in diesem Moment brauchen und sie mit der nötigen Sorgfalt zu begleiten. Im Luxussegment wissen viele Kundinnen und Kunden bereits sehr genau, was sie wollen; manche haben eine solche Transaktion schon zwei-, dreimal gemacht. Diskretion ist aber für praktisch alle unsere Kundinnen und Kunden wichtig – sei es gegenüber der Nachbarschaft oder aus reinen Privatsphärengründen. Gerade im obersten Segment begleiten wir häufig zwei Parteien, die beide sehr klare Vorstellungen haben. Unsere Aufgabe ist es, den Prozess so zu führen, dass sich sowohl Verkäufer als auch Käufer jederzeit gut aufgehoben fühlen. Dazu gehört, jeden Schritt sorgfältig zu begleiten und den Verkaufsprozess so zu strukturieren, dass beide Seiten jederzeit die Grundlage für eine gute Entscheidung haben.
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Wenn Sie zurückblicken – was war Ihre aussergewöhnlichste Begegnung?
Ich bin seit 2011 in dieser Branche und durfte viele spannende Menschen kennenlernen. Eine Transaktion ist mir besonders in Erinnerung geblieben: eine Käuferin aus einem adligen Umfeld, die eine wunderschöne alte Villa an Toplage erworben hat. Die Begegnungen waren geprägt von einem natürlichen Vertrauen, Wertschätzung und grosser Offenheit – auf beiden Seiten.
Und die teuerste Immobilie, die Sie je verkauft haben?
Eine Villa für 25 Millionen Franken. Aber das ist natürlich nicht der Alltag – so etwas kommt nicht alle paar Wochen vor.
Was raten Sie jemandem, der zum ersten Mal eine Immobilie kaufen möchte?
Ich sage unseren Kundinnen und Kunden immer: Seien Sie sich bewusst, dass es die perfekte Immobilie nicht gibt. Ich empfehle stets, sich eine Liste mit zehn Wunschpunkten zu machen – aber schon bei sieben oder acht erfüllten Punkten sollte man sich das Objekt ernsthaft anschauen und über einen Kauf nachdenken. Wer auf die vollen zehn wartet, verpasst oft die besten Gelegenheiten.
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