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Gastbeitrag

Stabilität und Wachstum in volatilen Märkten?

Warum Schweizer Aktien eine wertvolle Ergänzung für jedes Aktienportfolio darstellen können.

Aktien von Schweizer Unternehmen können auch mit globalen Playern mithalten.
Aktien von Schweizer Unternehmen können auch mit globalen Playern mithalten.Shutterstock

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Wer die Aktienmärkte beobachtet, hat gesehen, wie eng die Marktführerschaft auch dieses Jahr war; aber auch, wie schnell sich dies verändern kann. Die Begeisterung für ein Thema weicht Zweifeln, Kapital rotiert in ein anderes Marktsegment, und Portfolios, die auf ein bestimmtes Narrativ ausgerichtet sind, spüren diese Ausschläge mit voller Kraft. In diesem Umfeld sind zwei Fragen auf der Agenda nach oben gerückt: Wie bleibt man strukturellem Wachstum gegenüber exponiert, ohne von einer einzelnen Thematik abhängig zu sein, und wie lassen sich zunehmend konzentrierte globale Aktienportfolios diversifizieren? Schweizer Aktien können zu beidem beitragen.

Die Autoren

Bettina Baur, Senior Portfolio Manager und Maud Giese, Investment Specialist, Team Schweizer und globale Aktien, Union Banciere Privée

Chancen im Heimatmarkt

Neben den weltweit bekannten Grosskonzernen bietet der Schweizer Aktienmarkt Zugang zu einer breiten Palette kleinerer, aber ebenso global aktiver Unternehmen, die gegenüber einer Vielzahl langfristiger Themen exponiert sind: dem Ausbau der KI-Infrastruktur, steigenden Infrastruktur- wie auch Verteidigungsausgaben in Europa, einer alternden Weltbevölkerung, Energieeffizienz und der Relokalisierung von Lieferketten, um nur einige zu nennen. Kühlt sich die Stimmung rund um ein Thema ab, kann die Exponierung gegenüber anderen Themen unterstützend wirken. Eine entsprechend ausgewogene thematische Exponierung kann daher in rotierenden Märkten eine echte Quelle der Widerstandsfähigkeit darstellen – und die Breite, mit der Schweizer Unternehmen über mehrere Stufen der jeweiligen Wertschöpfungsketten hinweg exponiert sind, kann genau das leisten.

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Der KI-Infrastrukturzyklus veranschaulicht diesen Punkt. Die Aufmerksamkeit richtet sich hauptsächlich auf die Chiphersteller und die grossen US-Technologiewerte, doch jedes neue Rechenzentrum benötigt auch Energiemanagement, Netzkapazität, Präzisionskühlung und spezialisierte Bautechnik. Dies sind Bereiche, in denen Schweizer Unternehmen über Jahrzehnte hinweg starke Wettbewerbspositionen aufgebaut haben. Die Stromversorgung ist zu einem der Hauptengpässe für das Tempo des Ausbaus geworden, wodurch Transformatoren, Messtechnik und thermisches Management ins Zentrum rücken. Auch die Halbleiterfertigung bleibt zentral. Schweizer Zulieferer sind auch entlang vieler Stufen dieser Wertschöpfungskette führend – von Präzisionsausrüstung über Prozesstechnologie bis hin zu Baumaterialien. Die Exponierung gegenüber diesem Thema verteilt sich somit über verschiedene Branchen und Marktkapitalisierungen, statt sich auf wenige grosse Namen zu konzentrieren. Die Diversifikation, die Schweizer Aktien einem globalen Aktienportfolio bringen können, ist ein weiteres sehr überzeugendes Argument. Die Korrelation des Schweizer Aktienmarktes zu US- und globalen Aktienindizes befindet sich derzeit auf historisch niedrigem Niveau – ein Ergebnis der von globalen Benchmarks abweichenden Sektorzusammensetzung, die nicht von einigen grossen Technologiewerten dominiert wird. Eine Beimischung von Schweizer Aktien zu einem globalen Aktienportfolio hat historisch die Portfoliovolatilität deutlich reduziert, ohne dafür nennenswert Rendite zu opfern. Für Nicht-Schweizer-Anleger liefert die Stärke des Schweizer Frankens ein weiteres Argument, da das Risiko, dass Währungsverluste die Marktperformance ausradieren, langfristig relativ gering ist.

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Passen gut ins Portfolio

Um Investitionschancen in Unternehmen, die tatsächlich gegenüber diesen Wachstumstreibern exponiert sind, zu identifizieren und zu nutzen, ist eine gründliche Fundamentalanalyse erforderlich – insbesondere im weniger recherchierten Small- und Mid-Cap-Segment, in dem ein erheblicher Teil der in hochspezialisierten globalen Nischen führenden Unternehmen zu finden ist. Angesichts ihrer Marktkapitalisierung ist die Gewichtung dieser Unternehmen in den Leitindizes kaum signifikant, weshalb sie die Gesamtperformance des Marktes so gut wie nie beeinflussen. Dies sowie die erheblichen Qualitätsunterschiede in diesem Marktsegment machen eine disziplinierte, fundamental getriebene, aktive Titelselektion umso wichtiger, um von diesen Chancen zu profitieren. Für Portfolios, die in einem weiterhin von kurzfristiger Volatilität und mitunter heftigen Rotationen geprägten Anlageumfeld Widerstandsfähigkeit und Exponierung gegenüber strukturellem Wachstum suchen, sollten Schweizer Aktien definitiv in Erwägung gezogen werden.

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