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Standort Serbien

Schweiz und Serbien: Starke Fundamente, neue Chancen

Exklusiv erläutert Bundespräsident Guy Parmelin die besondere Verbindung zwischen Serbien und der Schweiz.

Bundespräsident Guy Parmelin

President of the Swiss Confederation Guy Parmelin visits Serbia
Bundespräsident Guy Parmelin beim Staatsbesuch in Serbien mit Präsident Aleksandar Vucic. Keystone

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Die Schweiz und Serbien pflegen seit 110 Jahren bilaterale Beziehungen. Was in den schwierigen Zeiten des Ersten Weltkriegs begann, hat sich über die Jahrzehnte zu einer festen und vertrauensvollen Partnerschaft entwickelt, geprägt von Dialog, gegenseitigem Respekt und gemeinsamem Engagement. Bei meinem Präsidialbesuch im April in Serbien ging es insbesondere darum, wie unsere Länder auf einer starken Basis künftige Chancen nutzen können.
Die persönlichen Bindungen sind das wahre Fundament unserer Freundschaft. Die serbische Gemeinschaft in der Schweiz – mit rund 130 000 Menschen eine der grössten in unserem Land – bildet eine lebendige Brücke. Auch die rund fünfzig Flüge, die Zürich, Genf und Basel jede Woche mit Belgrad verbinden, spiegeln die Enge der Beziehungen wider. Heute ist Serbien der wichtigste Wirtschaftspartner der Schweiz im Westbalkan.
Stabilität und Wohlstand im Westbalkan sind eine Priorität der Schweizer Aussenpolitik. Seit 1995 hat die Schweiz im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit mehr als 3 Milliarden Euro in den Westbalkan investiert. Die Länder dieser Region haben bei der Sicherheit, beim Aufbau demokratischer Institutionen und beim Wirtschaftswachstum Fortschritte erzielt. Gleichzeitig bestehen weiterhin Herausforderungen, und die Lage ist nach wie vor instabil. Die Normalisierung der Beziehungen zwischen Serbien und Kosovo bleibt entscheidend, um dauerhaften Frieden und Stabilität in der Region zu gewährleisten. Die Schweiz unterstützt Massnahmen, die Vertrauen schaffen, den Dialog fördern und zu Fortschritten beitragen. Unser Engagement spiegelt unseren Glauben an das Potenzial Serbiens und an unsere gemeinsame europäische Zukunft wider. Mit einem neu lancierten bilateralen Menschenrechtsdialog gehen wir mit Serbien einen weiteren, wichtigen Schritt.

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Wo Stabilität wächst, wachsen auch das Vertrauen und die wirtschaftlichen Chancen. Mehr als sechshundert Schweizer Unternehmen sind in Serbien präsent; die Direktinvestitionen beliefen sich in den vergangenen zehn Jahren auf rund 2,3 Milliarden Euro, 2024 überstiegen die bilateralen Handelsströme erstmals die Milliarden-Euro-Schwelle. Die Schweiz ist ein engagierter und langfristiger Partner für Serbiens Wachstum und tätigt dort umfangreiche Investitionen in Industrie, Innovation und nachhaltige Entwicklung. Schweizer Unternehmen tragen dazu bei, Arbeitsplätze in Serbien zu schaffen, Kompetenzen zu entwickeln und den technologischen Wandel voranzutreiben, während das Land ein dynamisches und vielversprechendes Umfeld für die Zusammenarbeit bietet. Im April haben das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) und das serbische Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation (Nitra) ein Abkommen für ein bilaterales Innovationsprogramm unterzeichnet. Ziel ist, neue Produkte und Dienstleistungen schneller auf die Märkte zu bringen und die Zusammenarbeit zwischen dem Privatsektor und der Forschung zu stärken. Zentral für Investitionen sind ein unternehmensfreundliches Umfeld mit Rechtssicherheit und Vorhersehbarkeit, einem fairen Wettbewerb und öffentlichen Ausschreibungen.

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Potenzial für einen engeren Austausch gibt es zum Beispiel im Bau-, Verkehrs- und Gesundheitssektor, bei der Informations- und Telekommunikationsbranche oder den erneuerbaren Energien. Die Grundlagen sind gelegt. Jetzt geht es darum, gemeinsam Chancen zu ergreifen. Die Weltausstellung Expo 2027 in Belgrad steht unter dem Motto «Play for Humanity – Sport and Music for All» («Spiel für die Menschheit – Sport und Musik für alle») und eröffnet eine weitere Möglichkeit, die Verbindungen zwischen der Schweiz und Serbien zu stärken, insbesondere in der IT-Branche und im kreativen Sektor, wo Ideen keine Grenzen kennen.

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