Erkundigt man sich in Zürich über Aushängeschilder in Baden, kommen zwei Orte ins Gespräch: das Casino (mit dem Claim «Baden im Glück») und die Bädertherme Fortyseven («Wellness für die Sinne»). Sie sind starke Ankerpunkte und haben die Aargauer Stadt ins allgemeine Bewusstsein getragen. Beide Betriebe ziehen über das ganze Jahr Besucherinnen und Besucher an, in der Tendenz ab Donnerstag bis und mit dem Wochenende.
Doch Baden bietet nicht nur eine reiche Freizeit- und Erlebniswelt, sondern dient auch als attraktive Destination für Seminare, Tagungen, Ausstellungen, Generalversammlungen und Kongresse. Das Zielpublikum dieser meist nicht öffentlichen Veranstaltungen liegt im B2B-Bereich: Es sind Organisationen, Verbände, Interessengruppen und Firmen; die entsprechenden Events finden eher unter der Woche statt, also montags bis freitags. In der MICE-Industrie (Meetings, Incentives, Conventions, Exhibitions) ist Baden ein leistungsfähiger Veranstaltungsort geworden, der nicht nur lokales und regionales Geschäft akquiriert, sondern vermehrt auch nationale und internationale Aufträge. Dazu passt die breite Palette an unterschiedlichen Lokalitäten.
Von Retro-Chic bis futuristisch
Die ehemaligen Montagehallen des Kongress- und Eventzentrums Trafo Baden entstanden vor über hundert Jahren als Brown-Boveri-Produktionsstätte. Heute bildet die Halle 37 das Herzstück des Angebots, das Räumlichkeiten unterschiedlicher Grössen und Stile anbietet und so Veranstaltungen für zwanzig Gäste wie auch für mehrere Tausend Personen durchführen kann. Neu dekoriert wurde kürzlich der unterteilbare «Ampère»-Sitzungsraum mit Blick auf den Brown-Boveri-Platz. Im «Ampère» können kleine Gruppen tagen und sich bewirten lassen. Ebenfalls zur Geschichte Badens gehört die stilvolle Villa Boveri, die ehemalige Residenz des BBC-Mitbegründers Walter Boveri. Sie liegt südlich der Altstadt in einer Parkanlage und bietet ein Dutzend Arbeitsräume. Mit etwa achtzig Quadratmetern kann der Gartensaal, der grösste Raum hier, bei Theaterbestuhlung bis zu hundert Gäste aufnehmen.
Geschichte wird auch in der denkmalgeschützten Alten Schmiede erzählt; sie dient heute als Kulturzentrum und Jugendlokal. Die 600 Quadratmeter grosse Halle kann zudem für Workshops und Tagungen für mehrere Hundert Teilnehmende gemietet werden. Historischen Glanz bietet auch die Eventlocation Grand Casino: Hier kann man für Empfänge und Bankette Räume mieten, der grösste darunter ist «Au Premier» mit Platz für sechzig Personen. Erwähnt werden darf auch die Villa Langmatt, wenngleich sie derzeit wegen einer Gesamtsanierung geschlossen ist. Räume und Pavillon können für private Veranstaltungen ab August wieder genutzt werden.
Baden als MICE-Destination der Zukunft
Die Tourismusregion Baden (TRB) hat ihr Angebot kürzlich auch durch externe Fachleute bewerten lassen. Mitgedacht hat beispielsweise die Marketingagentur Saint Elmo’s Tourism, welche Inputs zur Strategie der Destination geliefert hat – und vor allem Ideen, um das Segment MICE stärker zu verankern. Harry John, der Schweiz-Verantwortliche der Marketingagentur, arbeitete mit und sprach denn auch einerseits von einer «positiven Energie in dieser kleinen, feinen Stadt mit dem gelebten internationalen Unternehmertum» und andererseits davon, dass Baden exzellent aufgestellt sei, um auch grössere und internationale Veranstaltungen gewinnen zu können. MICE-Mitspieler sind auch die wichtigsten Badener Hotels: der Limmathof, das Hotel du Parc und das Blue City Hotel. Sie alle bieten adrette Seminarräume mit professioneller Veranstaltungstechnik an. Dazuzählen kann man hier überdies das 1905 Business Center mit Coworking-Space und Serviceangeboten für Start-ups. Und nicht zuletzt das neue und architektonisch attraktive Konnex Conferencing & Meeting, gleich neben dem Trafo und wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt. In diesem modernen Komplex werden vier lichtdurchflutete Säle angeboten, wobei die beiden grösseren je über fast vierzig Quadratmeter verfügen. In der Überbauung gibt es zudem Büros, Serviced Apartments und das Restaurant Nexus.
Badens MICE-Infrastrukturpalette ist also breit aufgestellt. Und auch das Know-how über Durchführungslogistik, Veranstaltungstechnik, Sicherheitsfaktoren und Gastroangebot ist vorhanden und wird durch gemeinsames und verstärktes Marketing bald nicht nur mehr nationale Aufträge gewinnen, sondern auch neue Mandate aus dem Ausland, zum Beispiel aus Süddeutschland oder Benelux. Über einen dazu notwendigen Flughafen verfügt Baden ja bereits, denn Kloten liegt bei einer Distanz von nur 28 Kilometern keine 25 Auto- oder 40 Bahnminuten entfernt.